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Es war eines der ersten Interviews des neugewählten Bundeskanzlers Friedrich Merz. Und gleich legte der Kanzler außenpolitische Leitlinien fest!
Im „Welt-Talk Spezial“ auf WELT TV (gehört wie BILD zu Axel Springer) sprach Merz an Bord des Kanzlerflugzeugs über Europas Sicherheit, den Umgang mit Donald Trump – und einen möglichen atomaren Schutzschirm mit Frankreich.
Atomschutz aus Paris? Merz zeigt Offenheit
Frankreich bietet Deutschland schon seit Jahrzehnten an, über eine nukleare Abschreckung unter europäischer Führung zu reden. Quasi ein Schutz Deutschlands unter einem französischen Atomschirm.
Bisher war das ein Tabu – nun deutet Merz an, dass Deutschland bereit ist, erstmals ernsthaft darüber zu sprechen.
Merz am Mittwoch beim Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron (47)
Kanzler Merz erklärt dazu im WELT-Interview: „Ich habe diesen Gedanken aufgenommen und habe gesagt: Ja, wir können darüber reden […] Frankreich hat das Angebot gemacht, wenigstens darüber zu reden – ein solches Angebot nehme ich an.“
Trotzdem könne Europa den US-Nuklearschutz nicht vollständig ersetzen, wie Merz betont: „Wir können den nuklearen Schutz der Vereinigten Staaten von Amerika innerhalb des Nato-Bündnisses nicht aus eigener Kraft in Europa ersetzen.“
Klare Ansagen an Trump
Auch in Richtung des US-Präsidenten Donald Trump (78) wird Merz deutlich. Der hatte zuletzt mit seinen Strafzöllen für Schlagzeilen gesorgt und die Kapitalmärkte weltweit zum Beben gebracht.
▶ Merz rechnet damit, bald mit Trump zu sprechen. Dabei will der Kanzler dem US-Präsidenten erklären, dass Zölle „allen Beteiligten schaden“.
Merz: „Die Beziehungen zwischen Wirtschaftsnationen sind kein Nullsummenspiel.“ Und: „Wir würden gerne den Handel erleichtern – und nicht weiter erschweren.“
US-Präsident Donald Trump – bald plant Kanzler Merz auch ein Treffen mit ihm
▶ Seine zweite Ansage in Richtung Washington: Keine Einmischung mehr in deutsche Innenpolitik!
Hintergrund: US-Vertreter hatten die Einstufung der AfD als gesichert rechtsextrem kritisiert. Merz reagiert kühl: „Wir haben uns jedenfalls weitgehend – und das gilt in jedem Falle für meine Person – aus dem amerikanischen Wahlkampf in den letzten Jahren herausgehalten.“
Deshalb die Merz-Forderung auch in die andere Richtung: „Ich bitte doch umgekehrt auch zu akzeptieren […], wie wir mit Parteien umgehen, die zum Beispiel von den Nachrichtendiensten als rechtsextremistisch eingestuft werden.“
Darauf angesprochen, wie Merz den US-Präsidenten auf seine Seite ziehen möchte, etwa mit einer gemeinsamen Runde Golf (Merz und Trump spielen beide Golf), bleibt der Kanzler reserviert: „Das weiß ich noch nicht, ob das eine gute Idee ist.“
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