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Habemus Pope!
Der Amerikaner Robert Prevost (69) ist der 267. Papst der katholischen Kirche. Er wählte den Namen Leo XIV. (gesprochen: Leo der Vierzehnte). Die Kardinäle haben ihn am Donnerstag hinter verschlossenen Türen gewählt.
Prevost ist der erste amerikanische Papst der Geschichte. Als er sich auf dem Balkon am Petersplatz zeigte, waren seine ersten Worte auf Italienisch: „Friede sei mit euch.“
Über eine Stunde hatte die Welt gebannt auf diesen Balkon geschaut. Über eine Stunde ließ sich der neue Papst Zeit, um vor die gebannten Gläubigen zu treten. Grund: Der neue Papst musste erst noch seine Rede schreiben – und zwar auf einen herkömmlichen College-Block, wie mittlerweile rauskam.
Prevost, geboren am 14. September 1955 in Chicago, war bislang Präfekt des mächtigen Dikasteriums für die Bischöfe – quasi der Personalchef der Kirche. Doch seine Wurzeln reichen tief nach Lateinamerika: Als junger Augustinerpater arbeitete er jahrzehntelang in Peru, wurde dort geschätzt als „Hirte mit Nähe zum Volk und Sinn für Gerechtigkeit“.
2013 in Rom: Robert Prevost (rechts), damals noch Generalprior des Augustinerordens, neben dem verstorbenen Papst Franziskus (M.)
Der italienische Il Messaggero schrieb, er vereine die beiden Amerikas (Süd und Nord). Prevost wurde „Father“ oder „Padre Bob“ genannt und aus Lateinamerika-Sicht sogar als Stimme des globalen Südens, quasi Latino. Er sei alles, nur kein Yankee.
Der Neu-Papst als Knirps in der Schule in Chicago: Robert Prevost in der zweiten Klasse, vierter von links stehend
Prevost hatte als Junge viel Tennis gespielt. Aber im Ordensleben als Augustiner war es damit vorbei. Sein Vater ist französich-italienischer Abstammung, die Mutter spanisch. Sie kochte so gut spanisch, dass häufig andere Priester am Tisch saßen, erzählt man sich.
September 2023: Papst Franziskus beruft Prevost zum Kardinal im Vatikan
Papst Franziskus hatte ihn 2023 in eine Schlüsselposition berufen – und ihm damit auch den Weg in den engeren Kreis im Vatikan geebnet. Als Missionar in Peru, später Generalprior der Augustiner und schließlich Präfekt im Vatikan, lag sein Fokus bislang auf Seelsorge, Kirchenrecht und innerkirchlicher Verwaltung.
2024 in Peru: Kardinal Robert Prevost leitet eine Jubiläumsfeier der Diözese in Chulucanas, Peru
Dort, in Peru, lernte der verstorbene Papst Franziskus ihn auch kennen und holte ihn später in den Vatikan. Der Amerikaner gilt nicht als Vertrauter von US-Präsident Donald Trump (78).
Er ist bekannt für seine diplomatische Ausgewogenheit zwischen konservativen und progressiven Kräften in der Kirche. Prevosts Wahl wird als Zeichen einer globaleren, weniger europafixierten Ausrichtung der Kirche gedeutet – er galt unter allen zur Wahl stehenden Geistlichen deswegen als ein Kompromiss-Kandidat.
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