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Diese Abrechnung war eine Abreibung! Vier Tage nach der Parteitags-Klatsche für SPD-Chef Lars Klingbeil (47) feuerten Markus Lanz (56) und seine Gäste schwere Vorwürfe ab.
Im Fadenkreuz: Das Drittel der Delegierten, das dem Parteichef die Unterstützung verweigert hatte. Der SPD-Linke Ralf Stegner (65) sichtlich erbost über Klingbeils blamable 64,9 Prozent, zweitschlechtestes Ergebnis eines SPD-Chefs aller Zeiten: „Es gab relativ wenig kontroverse Debatte, und dann so ein Stimmergebnis!
Stegners scharfer Vorwurf: „Ich habe zu denen gehört, die auf dem Parteitag den Parteivorsitzenden nicht persönlich attackiert haben, aber in der Sache Kritik geübt haben. Andere haben das nicht getan. Das finde ich nicht besonders gut. Ich finde die Art und Weise, das per Stimmzettel zu erledigen, statt in der Sache Kritik zu üben – die gefällt mir nicht!“
RP-Journalistin Kerstin Münstermann (51) zu den Reaktionen auf Klingbeils Parteitagsrede: „Er hat Standing Ovations bekommen, da hat keiner gesagt, lieber Lars, du hast uns das Übel der Regierung gebracht und du solltest doch bitte nicht mehr als Parteivorsitzender antreten!“ Sondern, so die Journalistin weiter: „Im Gegenteil, auch parteiinterne Gegner wie Hubertus Heil haben für Unterstützung geworben. Und dann das Ergebnis. Düpiert vor einem Millionenpublikum!“
Lanz über Klingbeils Enttäuschung: „Was ist das überhaupt für ein Vorgang, den neuen Parteivorsitzenden so zu beschädigen. Stand wirklich zur Disposition, dass er hinwirft?“ Münstermann: „Aus meiner Kenntnis hat es ihn zumindest kurzzeitig mal durchzuckt.“
Die Talk-Runde bei Lanz (l.): Ralf Stegner (SPD), Omid Nouripour (Grüne), Kerstin Münstermann (Journalistin), Michael Thumann (Autor)
Stegner deutlich genervt: „Dieses ritualisierte Standing Ovations. Ich kenne Standing Ovations, wenn man richtig begeistert ist. Wenn man das jetzt immer macht, auch bei sehr schlechten Ergebnissen, dann ist das ja fast ein bisschen wie Hohn!“ Seine Sorge: „Ich habe immer gesagt, Leute, wenn wir im Umgang miteinander unsere Grundwerte nicht anwenden, Kurt Beck, Martin Schulz, Andrea Nahles, jetzt Saskia Esken, dann darf man sich nicht wundern.“
Bundestags-Vize Omid Nouripour (50, Grüne) mahnend: „Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir nicht zu Funktionärskasten-Parteitagen werden, bei denen die Leute nicht das Wort ergreifen, um Kritik zu üben, weil sie Angst haben um ihre Karrieren, um dann ihr Mütchen zu kühlen bei anonymen Stimmzetteln.“ Sein empörtes Urteil: „Alle nicken, Standing Ovations, und dann drauf dreschen – das ist schlicht unanständig!“ Münstermanns Erklärung dazu: „Da waren viele dabei, die aus dem Bundestag geflogen sind …“
Stegner ehrlich: „Karrierefördernd ist es nicht, seine Meinung zu sagen.“ Aber: „Wir sagen ganz oft, wir sind nicht zu den Wählern durchgedrungen. Wir dürfen uns nicht wundern, wenn wir Plastiksprache reden, wenn wir Debatten über Themen führen, die keinen interessieren, über allen möglichen kulturellen Kram!“
Nouripour grundsätzlich: „Wir dürfen keine Funktionärsparteien werden, die so reden, dass man nur noch Fehlervermeidung betreibt und dann Schachtelsatz an Schachtelsatz aneinander klatscht, dass man nix mehr versteht.“ Sondern, so der Bundestags-Vize: „Ich sage meinen Leuten immer, wenn euch jemand fragt, was ist eure liebste Eissorte, ist die Antwort nicht: biologisch abbaubar, gewaltfrei und freilaufend, sondern Vanille oder Stracciatella!“
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