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Mit nun elf WM-Erfolgen und dem Olympiasieg ist Darja Varfolomeev (18), genannt Dascha, der unumstrittene Star der Gymnastik-Szene. Sie sieht das anders …
BILD: Zum zweiten Mal in Folge fünfmal Gold bei einer WM. Haben Sie das schon realisiert?
Darja Varfolomeev: „Schon ein bisschen, aber noch nicht ganz. Ich werde mir irgendwann die Videos anschauen, dann kommt das sicher.“
Darja Varfolomeev mal nicht im Gymnastik-Anzug. Sie wurde 2024 erste deutsche Olympiasiegerin in der Rhythmischen Sportgymnastik
BILD: Elf WM-Titel insgesamt seit 2022, davon neun im Einzel – was bedeutet Ihnen das?
Varfolomeev: „Ich bin sehr froh, das bedeutet mir sehr viel. Es war nicht alles umsonst, was ich die vielen Jahre gemacht habe, dass ich so viel trainiert habe. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es mal so kommt, wie es jetzt ist.“
BILD: Es gab vor der Saison neue Regeln. Kommen die Ihnen entgegen?
Varfolomeev: „Naja, es ist schade, dass die Penché-Drehung (schwieriges Element; d. Red.) weniger zählt. Es gibt nur noch die Hälfte der Punkte. Die liegt mir sehr gut. Aber dafür kommen auch Elemente rein, die mehr Punkte bringen. Es war aber generell sehr schwer, sich in das neue Wertungssystem reinzuarbeiten. Wir wussten nicht, wie die Kampfrichter ticken, ob wir mehr auf Artistik achten sollen oder nicht. Wir haben aber viele Wettkämpfe gehabt vor der WM und es gut geschafft.“
BILD: Die einzige Panne passierte Ihnen in der Reifen-Entscheidung, wo Sie mit der Hand auf den Boden kamen und Fünfte wurden. Ärgert Sie das?
Varfolomeev: „Generell bin ich erstmal froh, dass ich alle zwölf Übungen sauber geturnt habe. Es war eine schwere Saison mit EM und meinem Schulabschluss. Dennoch ist der Fehler schade, klar. Aber natürlich bin ich dennoch mit der WM und fünfmal Gold sehr zufrieden.“
BILD: Sie haben elf WM-Titel, sind Olympiasiegerin und Sportlerin des Jahres. Haben Sie noch genug Motivation, weiterzumachen?
Varfolomeev: (lacht) „Ich bin durch die vielen Erfolge nur noch motivierter geworden. Man motiviert sich mit den Titeln, zumindest ich. Ich mag Wettkämpfe, und wenn die Halle voll ist, macht es umso mehr Spaß. Nächstes Jahr haben wir in Frankfurt die Heim-WM, die ist eine riesige Motivation. Das erlebt man im Normalfall nur einmal in der Karriere.“
Viermal Gold im Einzel und einmal mit dem Team holte Darja Varfolomeev in Rio de Janeiro bei der WM
BILD: Was bedeuten Ihre Siege nicht nur für die Rhythmische Sportgymnastik, sondern für den deutschen Sport insgesamt?
Varfolomeev: „Ich glaube, die Erfolge machen sehr viel aus. Vielleicht dachten einige, dass es bei der WM 2023 in Valencia und bei Olympia 2024 nur Glück war, wegen der Regeln. Aber nun im zweiten Olympia-Zyklus wieder zu bestehen, ist wichtig und gut. Nicht nur für uns, sondern für Deutschland insgesamt. Viele interessieren sich für unsere Sportart, wir bekommen viel Aufmerksamkeit, nicht nur aus der eigenen Community.“
BILD: Gönnen Sie sich was für Ihre fünf WM-Titel?
Varfolomeev: „Ich turne nicht für Belohnungen. Ich will einfach nur perfekt das Ergebnis meiner Arbeit zeigen. Ein guter Wettkampf ist das größte Geschenk für mich.“
Die Artistik ist eine der Stärken in den Übungen von Darja Varfolomeev
BILD: Fühlen Sie sich als Star?
Varfolomeev: „Nein, auf keinen Fall. Ich bin ein ganz normaler Mensch und bleibe die Darja, die ich immer war. Meine Stärke ist die Liebe zum Sport und dass ich so viel trainiere. Von einem Star bin ich weit entfernt.“
BILD: Über Jahrzehnte dominierten die Russinnen die Gymnastik. Wären Sie auch so erfolgreich, wenn diese wegen des Krieges gegen die Ukraine nicht ausgeschlossen wären?
Varfolomeev: „Ich habe keine Ahnung, in welcher Form sie gerade sind. Mir ist nur wichtig, was ich zeigen will. Ehrlich gesagt ist mir nicht wichtig, wie die anderen turnen. Mein Fokus liegt auf mir und das ist eine meiner großen Stärken. Das klappt nicht immer perfekt, aber wir sind ja auch Menschen und machen Fehler.“
Darja Varfolomeev turnt, seit sie drei Jahre alt war
BILD: Haben Sie ein Ritual vor Wettkämpfen?
Varfolomeev: „Ja, tatsächlich. Wenn ich mich schminke und den Dutt mache, telefoniere ich dabei mit meiner Familie. Immer in derselben Reihenfolge: Oma, Mama, Papa. Das lenkt mich davon ab, immer nur an den Wettkampf zu denken, der unmittelbar bevorsteht. Aber meine Mama war ja auch in Rio mit dabei, das war wunderschön.“
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Apsny News


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