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Renten-Streit: Kretschmer stellt sich gegen „Junge Gruppe“ der Union | Politik

Renten-Streit: Kretschmer stellt sich gegen „Junge Gruppe“ der Union | Politik
Okundu
01 Aralık 2025 - 17:18

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Leipzig – Erst ein bisschen umarmt und dann den Hosenboden stramm gezogen. CDU-Vize Michael Kretschmer (50) geht auf Distanz zur „Jungen Gruppe“. In der Auseinandersetzung um das Rentenpaket der Bundesregierung hat sich Sachsens Ministerpräsident vielmehr auf die Seite von Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) und der SPD geschlagen.

Kretschmer nutzte den CDU-Landesparteitag am Samstag in Leipzig für eine Ansage an die eigene Partei – genauer: an die Junge Gruppe der Unionsfraktion im Bundestag.

Dabei begann Kretschmer sogar mit einem Anflug von Verständnis: Ja, die Junge Gruppe habe „einen Punkt gemacht“. Ja, man müsse über die Zukunft der Rente reden. Aber dann zog er den Stecker – und das ziemlich rüde. Die Debatte sei jetzt „einmal durch“, und man müsse aufhören, die Menschen mit Gedankenspielen über sinkende Renten zu verunsichern. Übersetzt: Ihr habt euch ausgetobt, jetzt ist mal gut.

Kretschmer stellte sich quer

Vor den 230 Delegierten im CongressCenter der Leipziger Messe warnte er vor einem sozialen Sprengsatz, sollte das Rentenniveau plötzlich einbrechen. „Es ist nicht vermittelbar, dass von einem Monat auf den anderen das Rentenniveau sinkt – und Rentner 50, 60 oder 100 Euro weniger haben“, rief Kretschmer. „Das wird so nicht laufen!“

▶ Eine Lesart, der in der Union sicher viele widersprechen würden, denn es geht bei der Debatte nicht um Rentenkürzungen, sondern um ein langsameres Ansteigen nach 2031.

Trotzdem: Für den Sachsen Kretschmer hat ein solch abrupter Schnitt „riesiges Verhetzungspotential“, ein Funke, der in aufgeheizten Zeiten „ein ganzes Land in Brand setzen“ könne. Und: Die Union sei „die letzte große Volkspartei“, die zusammenführen müsse – nicht auseinanderdividieren.

Statt bei den Älteren zu sparen, will Kretschmer Deutschland endlich wieder auf Wachstum trimmen: weniger Bürokratie, Reformen im Arbeitsrecht, auch Änderungen im Krankensystem. Deutschland brauche „ein oder zwei oder zweieinhalb Prozent Wachstum“, nicht „0,3 Prozent und Dauerfrust“. Die Botschaft: Erst das Land in Schwung bringen – dann lösen sich die größten Rentenprobleme.

[–>Eine Breitseite auf Kosten der SPD folgte prompt: Deutschland brauche „Politik des gesunden Menschenverstandes“, die Genossen müssten endlich verstehen: „Ohne Wirtschaft ist alles nichts.“ Wer jetzt weiter bremst, „leistet diesem Land einen Bärendienst“.

Auch Richtung Sachsen schickte Kretschmer ein Signal: Die kommenden Monate würden hart, der Landeshaushalt brauche Einsparungen. Gleichzeitig mahnte er Brüssel, jetzt bloß nicht neue Regulierungswellen loszulassen: „Diese Zeit muss enden.“

Dobrindt: Linien-Aschiebungen nach Afghanistan

Zuvor hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (55, CSU) die Delegierten eingestimmt – mit klarer Linie in der Migrationspolitik, mit Lob für Kretschmers Kurs und mit warmen Worten für die „Seele der Sächsischen Union“.

Unter anderem kündigte Dobrindt einen härteren Abschiebekurs an – ausdrücklich auch Richtung Afghanistan und Syrien. Er habe „immer wieder deutlich gemacht“, dass Straftäter genau dorthin zurückgeführt werden müssten. Der Vorwurf der Inhumanität pralle an ihm ab: „Ich hätte Skrupel, Straftäter nicht nach Afghanistan abzuschieben.“

Dobrindt sagte, sein Haus arbeite inzwischen nicht nur an Charter-Abschiebungen, sondern organisiere bereits Linienflüge, um Abschiebungen schneller und regelmäßiger durchführen zu können. Es gebe ein „berechtigtes Interesse“, dass diese Täter „nicht in unsere Städte und Gemeinden zurückkehren“.

Einen Nussknacker aus dem Erzgebirge und acht Bier aus Zwönitz gab’s als Geschenk und Wegzehrung für Alexander Dobrindt (l.) – hier mit Sachsen MP Kretschmer und Generalsekretär Tom Unger (40, r.)

Einen Nussknacker aus dem Erzgebirge und acht Bier aus Zwönitz gab’s als Geschenk und Wegzehrung für Alexander Dobrindt (l.) – hier mit Sachsen MP Kretschmer und Generalsekretär Tom Unger (40, r.)

Foto: Sebastian Willnow/dpa<!–>

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Kretschmer solide wiedergewählt

Und über allem schwebt Kretschmers Wiederwahl als Landesvorsitzender. Vor zwei Jahren holte er 89 Prozent der Delegierten. Alles über 80 Prozent galt deshalb vorab parteiintern als Stabilitätsbeweis und klares Bekenntnis zu seinem Kurs.

Am Ende schaffte Kretschmer mit 83 Prozent erneut ein solides Ergebnis und setzte damit das Signal des Tages: Die Sächsische Union steht mehrheitlich hinter ihrem Chef – und stärkt dem Chef einer Minderheitsregierung (zehn Stimmen zu wenig) mit der SPD den Rücken.

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