„Alles lässt sich ändern“: Retten diese Plakate die FDP? | Politik

10.12.2024 - Salı 17:12

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Noch 75 Tage bis zur Bundestagswahl. Für die FDP geht es dabei ums blanke Überleben – in der aktuellen INSA-Umfrage liegt sie bei mageren 4,5 Prozent, wäre raus aus dem Bundestag. Die neue Wahlkampagne soll's richten und laut FDP-General Marco Buschmann (47) die Liberalen möglicherweise auch in die nächste Regierung bringen.

Das Motto für die Wahl: „Alles lässt sich ändern“. Gemeint: vor allem die Ampel– und Wirtschaftspolitik. Möglich machen soll's der FDP-Chef selbst. Christian Lindner gibt auf den neuen Wahlplakaten den Staatsmann – in schwarz-weiß, im Rollkragen-Pullover. Die Themen: Job-Angst, Schuldenbremse beibehalten, Migration begrenzen, weniger Staat.

FDP-Generalsekretär bei der Plakat-Vorstellung

FDP-Generalsekretär bei der Plakat-Vorstellung

Foto: IMAGO/pictureteam

Können diese Plakate die FDP noch retten?

Politik-Professor Hajo Funke (80, FU Berlin) bezweifelt das. Die Ansage sei zu abstrakt, die Themen klassische Lindner-FDP – „von der alten sozialliberalen oder Bürgerrechtspartei ist nichts thematisiert.“ Hinzu komme die Wahrnehmung bei Wählern, dass Lindner getäuscht habe.

Nein zur Aufweichung der Schuldenbremse

Nein zur Aufweichung der Schuldenbremse

Foto: IMAGO/pictureteam

Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke (57, Blätter für deutsche und internationale Politik) moniert: „Diese Kampagne erzeugt mehr Erklärungsbedarf, als dass sie wirklich überzeugen kann.“ Lindner setze auf mehr Härte als 2021: die Forderung nach Leistung und Grenzziehung, vor allem bei Migration, dominiere.

Das FDP-Plakat für geregeltere Zuwanderung

Das FDP-Plakat für geregeltere Zuwanderung

Foto: Geisler-Fotopress

Von Lucke: „Lindner setzt mit der Kampagne gezielt darauf, für die Beendigung der Ampel belohnt zu werden.“ Das sei riskant, die FDP gehe damit „All in“. Aber: Die Rechnung könne aufgehen, „weil ja ‚nur‘ 5 Prozent für diese FDP das Maß aller Dinge sind.“ Die große Zustimmung zum Ampel-Aus könne der FDP die entscheidenden Stimmen bringen.

Die FDP will weniger Staat, der sich ins Privatleben einmischt

Die FDP will weniger Staat, der sich ins Privatleben einmischt

Foto: Geisler-Fotopress

Politik-Professorin Jasmin Riedl (Bundeswehr-Uni München) meint: „Wahlplakate können keine Partei retten.“ Sie helfen nur, die Kernbotschaft zu verbreiten. Die FDP-Kampagne sei wenig überraschend.

Riedl weiter: „Mit dem Thema Migration versucht die FDP, Wähler von der AfD zu gewinnen. Da gibt es eine gewisse Wählerschaft, die zwischen beiden Parteien liegt.“

Lindner überall, in schwarz-weiß, mit Rollkragen, mit Anzug

Lindner überall, in schwarz-weiß, mit Rollkragen, mit Anzug

Foto: IMAGO/Chris Emil Janßen

Aber: Wähler, die aus dem Bauch raus entscheiden, könne die FDP so nicht überzeugen. „Die FDP steht für keinen Wechsel. Das sind eher Union und die politischen Ränder.“

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