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Antisemitismus an Unis: Spielberg-Stiftung kämpft gegen die Massaker-Leugner | Politik

Antisemitismus an Unis: Spielberg-Stiftung kämpft gegen die Massaker-Leugner | Politik
Okundu
13 Mayıs 2024 - 9:20

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Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober explodiert insbesondere an Universitäten in den USA und in Europa der antisemitische Hass.

Dem will die 1994 von Regisseur Steven Spielberg gegründete Shoah Foundation entgegentreten, sagt ihr Direktor Robert Williams – durch filmische Zeugnisse der Überlebenden.

Die Reaktionen auf das Massaker am 7. Oktober an den Universitäten seien besorgniserregend, sagt Williams. Es seien zwar immer nur einige Hundert Aktivisten, die sich an den Besetzungen und Aktionen beteiligten, viele davon gehörten nicht einmal zu den jeweiligen Hochschulen. „Aber die Aktivisten bekommen eine Menge Aufmerksamkeit“, sagt Williams.

Die Motivation der Aktivisten sei unterschiedlich, sagt Williams. „Es gibt solche, die prinzipiell einen anderen Standpunkt einnehmen, als es die Mehrheit tut.“

Dann gäbe es auch einen Teil, der durch den Postmodernismus beeinflusst sei und keine objektiven Wahrheiten mehr anerkenne, jeden Fakt so lange verdrehe, bis die Wahrheit nicht mehr erkennbar sei.

Und schließlich auch solche, die sich prinzipiell gegen die stärkere Seite stellten bzw. diejenige, die sie als Verbündete der USA sehen. „Diese Leute leugnen die Verbrechen, die am 7. Oktober geschehen sind, indem sie immer wieder neue ‘Beweise’ fordern, als seien die Verbrechen nicht dokumentiert.“

Besonders schockierend sei, dass darunter auch Frauenrechtsaktivistinnen seien, die die Vergewaltigungen israelischer Frauen leugneten, sagt Williams. „Sie haben alle die Bilder von misshandelten israelischen Frauen gesehen, deren Unterwäsche blutig und zerrissen vom Körper hing und dennoch leugnen sie die Taten.“

Der Historiker Robert Williams, Direktor der USC Shoah Foundation, beim Interview in Berlin

Der Historiker Robert Williams, Direktor der USC Shoah Foundation, beim Interview in Berlin

Foto: Parwez

Gegen die Leugnung der Verbrechen hat die Shoah Foundation inzwischen gut 400 Interviews mit den Überlebenden des Angriffs vom 7. Oktober geführt.

„Die ersten Interviews haben wir eine Woche nach dem 7. Oktober geführt“, sagt Williams.

Die Eindrücke der Überlebenden des Massakers sind also noch sehr frisch, man plane, in fünf oder zehn Jahren weitere Interviews zu führen, wenn die Überlebenden Zeit hatten, ihre Traumata zu verarbeiten.

Das Ziel sei es, nicht nur die Erinnerung an das Geschehene zu bewahren und die Zeugnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sondern damit auch dem aggressiver auftretenden Antisemitismus entgegenzutreten.

Bereits vor dem 7. Oktober habe man Gespräche mit Hochschulvertretern über Erinnerungskultur und Antisemitismus geführt, nach dem Massaker und den Demonstrationen an den Universitäten bekomme dies eine neue Dringlichkeit, sowohl in den USA als auch in Deutschland.

„Deutschland und die USA sind die beiden Länder, die sich am stärksten für die Erinnerung an den Holocaust einsetzen“, sagt Williams. Nun habe er die Hoffnung, dass durch eine Kooperation auch das Gedenken an die Opfer des 7. Oktober bewahrt werden könne – dafür will er nun auch Gespräche mit Vertretern Berliner Universitäten führen.

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