Banaszak in BILD Grünen-Chef spricht über seine Hartz-IV-Familie | Politik

23.11.2025 - Pazar 09:19

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Berlin – Grünen-Chef Felix Banaszak hatte keine alltägliche Kindheit.

Aufgewachsen in der Malocher-Stadt Duisburg, in den ersten vier Jahren unter der Woche aufgezogen von seinen Großeltern und nur am Wochenende in der Obhut seines Vaters. Seine Mutter sei vor seiner Geburt schwer erkrankt und nicht mehr gesund geworden, schilderte Banaszak im Sommer einem früheren WG-Mitbewohner.

Im BILD-Interview spricht der Parteichef nun erstmals über Finanzielles und sagt: „Ich komme aus einer Familie, die Hartz IV von innen kennt.“

Hintergrund: Sein Vater musste seinen Job als Krankenpfleger wegen einer Sehschwäche aufgeben. Er sattelte um und lernte programmieren, war aber immer wieder arbeitslos.

Darum sei seine Motivation, Politik zu machen, auch eine sehr persönliche: In seine Partei sei er vor 16 Jahren eingetreten, „um die Grünen sozialer zu machen, um dafür zu sorgen, dass die Grünen eine Partei sind, die dafür sorgt, dass die Leute genug Geld in der Tasche haben, […] dass die Renten sicher sind – und, und, und“, führt Banaszak im Gespräch mit BILD weiter aus.

Auch sein Einsatz für Klimaschutz gehe auf seine Familie zurück – und sei unabhängig davon, ob das Thema gerade im Fokus stehe oder nicht. Er habe sich seit dem „Aufkommen der großen Klimabewegung 2018, 2019 intensiver damit beschäftigt“ – und „noch mal intensiver“, als seine Tochter Ende 2022 geboren wurde, sagt Banaszak.

Grünen-Chef im BILD-Interview: „Ich komme aus einer Familie, die Hartz IV kennt“

Quelle: BILD

Klima? „Die größte Gerechtigkeitsfrage unserer Zeit“

Das Buch „Deutschland 2050“ (KiWi) sei ihm besonders im Gedächtnis geblieben, erklärt er: „Da wird einfach beschrieben: ,Wie sieht die Welt eigentlich aus, wenn wir so weitermachen, wie wir es bisher tun?‘ Wie viel Niedrigwasser haben wir im Rhein und wie viele Güter können dann noch bei BASF oder Thyssenkrupp auf die Schiffe geladen werden? Was für eine Landwirtschaft haben wir noch? Welche Weinsorten können eigentlich noch an der Mosel angebaut werden?“

Das sei „eine ziemlich düstere Welt“, so Banaszak weiter. „Und ich würde mich schämen, wenn ich meiner Tochter einen Planeten oder eine Welt hinterlassen würde, in der all das, was für mich selbstverständlich ist – in Seen baden gehen, meine Freiheit genießen – für sie nicht mehr gilt.“

Klimaschutz sei „die größte Gerechtigkeitsfrage unserer Zeit“, sagt Banaszak, und entscheide darüber, „wie viele Inseln absaufen und ob die Menschen sich auf den Weg nach Europa machen“ oder „ob Menschen demnächst […] regelmäßig bei 45 Grad in den Innenstädten kollabieren, gerade wenn sie alt und gebrechlich sind“.

Deswegen gelte für die Grünen: „Wir machen Klimaschutz auch dann, wenn es gerade nicht Topthema ist, und wir arbeiten daran, dass es wieder Topthema wird.“

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