Bittere Juso-Abrechnung: Heil kriegt den ganzen Scholz-Frust ab! | Politik

24.11.2024 - Pazar 02:19

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Ein Satz, der tief blicken lässt: Er sei froh, „wieder unter vernünftigen und anständigen Leuten zu sein“, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (52, SPD) zu Beginn seiner Rede auf dem Bundeskongress der Jusos in Halle (Sachsen-Anhalt).

Wer auf Interna zur quälenden K-Fragen-Debatte gehofft hat, wurde aber enttäuscht. Der stellvertretende SPD-Vorsitzende sagte den 300 Delegierten nur: „Ich war in den letzten Tagen nicht glücklich und habe persönlich auch darunter gelitten.“ Konkreter wurde Heil nicht.

„Parteispitze hat einen Scherbenhaufen hinterlassen“

Der Mann, den die Jusos nur „Hubi“ nennen und der sich dort als einziges Kabinettsmitglied regelmäßig blicken lässt, bekam mächtig was zu hören. Über Heil ergoss sich der geballte Frust auf SPD-Spitze und Kanzler Olaf Scholz (66). Dabei ging es den Jusos um mehr als die Kandidaten-Debatte.

Arbeitsminister Hubertus Heil musste auf dem Juso-Kongress viel Kritik wegstecken

Arbeitsminister Hubertus Heil musste auf dem Juso-Kongress viel einstecken

Foto: IMAGO/Chris Emil Janßen

Die Juso-Abrechnung mit Heil:

  • „Ich habe die Erwartung, dass der Kanzlerkandidat nicht im stickigen Hinterzimmer auserkoren wird!“
  • „Diese Parteispitze hat einen riesigen Scherbenhaufen hinterlassen.“
  • „Wir müssen uns fragen, warum Arbeitnehmer eine Partei wählen, die null Bereitschaft hat, für sie zu kämpfen – statt ihre Stimme der SPD zu geben. Das zeigt, dass wir an vielen Stellen versagt haben.“

Der Arbeitsminister versicherte ihnen: „Ich höre mir gern viel an.“ Es sei gut, dass „wir offen miteinander reden“.

SPD-Chefin Saskia Esken: „Wir haben kein glückliches Bild abgegeben.“

SPD-Chefin Saskia Esken: „Wir haben kein glückliches Bild abgegeben.“

Foto: Sebastian Willnow/dpa

„Wir kämpfen für Inhalte, nicht für das Ego alter Männer“

Nach ihm kam Parteichefin Saskia Esken (63). Sie gab zu: „Wir haben kein glückliches Bild abgegeben bei der Wahl unseres Kanzlerkandidaten.“ Für diesen Satz bekam sie tosenden Applaus – gefolgt von harter Kritik:

  • „Unsere Solidarität ist nicht bedingungslos. Zu oft habt ihr unser Vertrauen missbraucht. Wir kämpfen für Inhalte, nicht für das Ego alter Männer.“
  • „Mit Blick auf die kommenden Wahlen bekomme ich Bauchschmerzen.“
  • „Liebe Saskia, ihr fordert jetzt immer Geschlossenheit, aber Geschlossenheit lässt sich nicht verordnen. Geschlossenheit gibt es nur, wenn wir den Karren ernsthaft gemeinsam aus dem Dreck ziehen.“

Auch Generalsekretär Matthias Miersch (55) musste harsche Kritik ertragen.

  • „Es brodelt nicht nur, wir sind auf 180.“
  • „Drei Jahre lang haben wir Vertrauen verspielt. Das werden die Menschen nicht vergessen.“

Der Preis der Jusos für die Scholz-Unterstützung

Juso-Chef Philipp Türmer (28) nannte der Parteichefin den Preis der Jusos, damit sie für einen Kanzlerkandidaten Scholz kämpfen:

► Die Abschaffung der Schuldenbremse plus ein Eine-Billion-Euro-Investitionsprogramm

► Eine WG-Preis-Bremse für alle Studierenden und Auszubildenden: Zimmer dürfen nicht mehr als 400 Euro kosten

Türmer über die Kanzler-Chancen: „Es kann klappen, wenn ihr euch richtig zusammenreißt. Was nicht klappt: Den Leuten einzureden, dass die Ampel ganz geil war.“

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