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Bürgergeld-Talk bei „Hart aber fair“: Beim Thema Schwarzarbeit eskaliert der Zoff | Politik
15.11.2025 - Cumartesi 16:01
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In „Hart aber fair“ mit Louis Klamroth (35) ging es um „Mehr Härte beim Bürgergeld: ist das gerecht?“ Dabei stritten Experten aus Politik, Wirtschaft und Medien um Löhne, Gesetze und Moral.
Doch die deutlichste Ansage machte eine Frau, die jeden Tag um 3.45 Uhr aufsteht, um in einem Hotel an der Nordsee Klos zu putzen und Betten zu machen: Bianca Rönner, Reinigungskraft, 1300 Euro netto.
Ihre so schlichte wie überzeugende Begründung: „Ich liebe meinen Job. Ich tue gerne, was ich mache. Das ist einfach mein Ding.“
Dass Leute, so Klamroth, „lieber Bürgergeld bekommen als zu arbeiten“, hat Bianca Rönner auch selbst schon erlebt. Ihre Reaktion: „Da habe ich mich aber sehr von distanziert, weil das nicht meine Arbeitseinstellung ist und auch nicht meine Lebensmotivation.“
Ihr Vorwurf: „Die haben gesagt, ich bleibe lieber zu Hause, bevor ich mir hier den Hintern abrackere.“
Aber, so die fleißige Zimmerfee: „Das hat ja nicht nur etwas damit zu tun, dass ich Geld verdiene und meinen Lebensstandard bezahlen kann! Ich könnte niemandem auf der Tasche liegen. Denn dann bezahlen andere für mich.“
Zweiter Grund, so Rönner: „Ich weiß, ich tue was, ich habe was geschafft, und das ist für mich so ein Gefühl irgendwie ein bisschen von Freiheit.“
Ihre Sorge: „Wenn wir mehr Geld kriegen, dann müssen auch irgendwie die Preise erhöht werden, und da ist die Frage, wer auf Dauer dann noch in den Urlaub fährt. Ich denke, da muss man alle Seiten betrachten. Das kann man nicht pauschalisieren.“
Dafür gab es kräftigen Beifall.
CDU-Wirtschaftsexperte Tilman Kuban
Dickes Lob von CDU-Wirtschaftsexperte Tilman Kuban (37): „Genau für diese Leute machen wir Politik!“ Sein Ziel: 15 Euro Mindestlohn ab 2026. Aber: „Die Unternehmen müssen das am Ende auch einnehmen können.“
Denn, so Kuban: „Wenn das beim Bäcker so ist, dann wird das Brötchen teurer. In der Kneipe wird das Bier teurer, in der Gastronomie der Döner. Wenn man die Löhne erhöht, kann man sich nicht hinstellen und sagen: Aber die Lebensmittel müssen billiger werden!“
Bedenken auch von Kunststoff-Unternehmerin Isabel Grupp-Kofler (38): „Wir müssen im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig sein. Wenn es jetzt noch höher wird, dann schießen wir uns ja selber raus!“
Bäckermeister Tobias Exner (50) warnte:
„Wenn der gut ausgebildete Geselle 15.15 Euro kriegt, ein ungelernter Mitarbeiter aber auch schon 15 Euro Mindestlohn hat, dann sagen viele Jugendliche zu uns: Ich will bei euch jobben, aber eine Ausbildung brauche ich nicht.“
Linke-Fraktionschefin Heidi Reichinnek
Linke-Fraktionschefin Heidi Reichinnek (36) forderte trotzdem sogar 17,27 Euro Mindestlohn, „um nicht in eine Armutsrente zu fallen“. Ihre provokante Frage: „Soll denn unsere ganze Wettbewerbsfähigkeit darauf basieren, dass wir den Menschen schlechte Löhne zahlen?“
Auch Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (59, SPD) will beim Mindestlohn „ordentlich nachlegen“ und kam zum Schluss mit einer überraschenden Aussage: „In der Industrie, in der internationalen Konkurrenz spielt der Mindestlohn überhaupt keine Rolle.“
Kuban: „Sorry, Herr Bovenschulte, Sie sind so lange dabei, haben so viele Wirtschaftsbetriebe besucht. Natürlich hat der Mindestlohn Auswirkungen auf unsere Industrie und unsere Wettbewerbsfähigkeit. Verkaufen Sie die Leute bitte nicht für dumm!“
Die nächste Eskalation, als Sasa Zatata, eine Bezieherin von Erwerbsminderungsrente und Bürgergeld, auf Tilman Kuban losgeht. Ihr Vorwurf: Medien und Politiker würden mit Falschbehauptungen Stimmung gegen Bürgergeldempfänger machen.
„Es stimmt einfach nicht, dass sie mehr kriegen als jemand, der arbeiten geht!“, sagt sie. Kuban entgegnet, das habe er auch nicht gesagt. Sondern: „Ich habe gesagt, wenn jemand dann nebenbei noch schwarz arbeiten geht, bekommt er schnell mehr.“
Da springt der Moderator Frau Zatata zur Seite und fragt angeblich „ganz unpolemisch“, aber sehr suggestiv: „Haben Sie da Zahlen, wie viele Menschen das betrifft?“ Natürlich hat Kuban keine, weil das in der Natur der Sache liegt: „Wir haben bei Schwarzarbeit eine hohe Dunkelziffer. Wenn wir wüssten, wer schwarz arbeitet, würden wir das ja bekämpfen.“
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