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Falls Sie auf TikTok oder sonst wo im Netz mal wieder so richtig gegen die Bundestagspräsidentin pöbeln wollen: Vorsicht! Es könnte sein, dass dann plötzlich Ihr Telefon klingelt und sich Julia Klöckner persönlich meldet.
Denn, so die CDU-Politikerin jetzt bei Markus Lanz (56): „Man muss natürlich immer schauen, was im Internet geschrieben wird. Das ist ja auch eine Blase, die sich hochschaukelt. Ich mache das ab und zu auf längeren Autofahrten. Dann rufe ich Leute auch an. Manchmal findet man ja die Nummer raus.“
Lanz sichtlich verblüfft: „Sie rufen Leute an?“ – Klöckner mit energischem Nicken: „Ich rufe Leute an. Wenn ich richtig gut drauf bin, und ein bisschen Zeit habe, und so in Stimmung bin. Die Leute schreiben E-Mails, manchmal füllen sie sogar noch ihre Telefonnummer aus.“
Folge, so Klöckner: „Dann rufe ich die Leute an, und dann ist das häufig zwischen analog und digital. Das sind zwei Welten, in deren Sicht. Aber das Problem ist, dass die analoge und die digitale Welt ineinander übergehen, gerade für junge Menschen.“
Markus Lanz (l.) im Gespräch mit der CDU-Politikerin
Klöckner über solche Telefonate mit Urhebern schlimmer Hass- oder Drohpostings: „Das ist dann schon ganz interessant, wenn man sagt: Wollen Sie auch, dass Ihre Kinder solche Worte gebrauchen?“
Lanz ungläubig: „Also die beschimpfen Sie, und geben ihren Klarnamen und auch die Telefonnummer?“ – Klöckner: „Ja.“ – Lanz noch mal: „Und Sie rufen sie dann an?“ – Klöckner: „Wenn ich gut drauf bin, mache ich das, ja. Und das führt schon zu einer Überraschung. Meist wird das Telefon dann laut gestellt, dann kommt man zu einem Gespräch und ich merke, dass wir wirklich in dieser Welt des direkten Aufeinandertreffens einen anderen Umgang haben, als wenn sie sich nicht in die Augen schauen.“
Sie ruft einfach direkt an: Klöckner, hier im Bundestag
Verräterisches Ergebnis solcher Überraschungsanrufe, so Klöckner: „Gerade in den digitalen Medien – ich nenne sie nicht ‚soziale Medien‘ – merken Sie natürlich, wenn es dann gewisse Blasen gibt, dann gehören sie nur noch zu einer Gruppe und dann ist differenziertes Argumentieren kaum noch möglich.“
Lanz: „Sie sagten, im Bundestag stellen Sie zunehmend fest, dass geschrien wird, dass es lauter ist, dass man hart verkürzt, dass man übel provoziert, aber nicht, um irgendein Argument zu machen, sondern weil man im Grunde ein TikTok-Video erstellen will nach dem Motto: Guck mal, so habe ich es denen heute wieder gegeben.“
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Apsny News


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