Damit JD Vance paddeln kann: Secret Service ließ See absenken | Politik

08.08.2025 - Cuma 12:01

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Ohio – Für eine private Bootstour von US-Vizepräsident JD Vance soll Anfang August ein See abgelassen worden sein – um damit den Fluss, auf dem er paddelte, aufzufüllen. Laut US-Behörden geschah das auf Wunsch des Secret Service.

Wie zuerst die britische Zeitung „The Guardian“ berichtete, habe die Behörde am 1. August einen „temporären Anstieg der Abflussmenge“ angeordnet. Dafür soll das US Army Corps of Engineers (führt als Teil des Heeres Leistungen im Bereich des Bauingenieurwesens aus) das Wasser aus dem nahegelegenen Caesar Creek Lake abgelassen haben. Dadurch wurde der Little Miami River künstlich aufgefüllt. Einen Tag später, am 2. August, feierte Vance dort seinen 41. Geburtstag beim Kajakfahren mit der Familie.

Hier wurde abgelassen: Aus dem Caesar Creek Lake floss Anfang August mehr Wasser als sonst ab

Hier wurde abgelassen: Aus dem Caesar Creek Lake floss Anfang August mehr Wasser als sonst ab

Foto: Getty Images

Der Secret Service bestätigte den Eingriff und erklärte, man habe die Maßnahme mit der Naturschutzbehörde von Ohio sowie anderen Stellen abgestimmt. Ziel sei gewesen, den Einsatz von motorisierten Wasserfahrzeugen und Rettungskräften abzusichern. Einzelheiten zur Planung wurden nicht genannt.

Und hier wurde damit aufgefüllt: Der Pegel des Little Miami River stieg – pünktlich zu JD Vances Kajaktour

Der Pegel des Little Miami River stieg pünktlich zu JD Vances Kajaktour

Foto: AP

Eine anonyme Quelle sagte dem „Guardian“, der See sei nicht nur aus Sicherheitsgründen abgelassen worden – sondern auch, um „ideale Bedingungen zum Kajakfahren“ zu schaffen. Pikant ist das Timing des Vorgangs auch deshalb, weil die Trump-Regierung Milliarden bei Entwicklungshilfe und Behörden kürzt.

Grundsätzlich darf die US-Armee in bestimmten Fällen Wasser ablassen, etwa für öffentliche Veranstaltungen oder Trainings von Rettungskräften. In der Vergangenheit wurde die dafür erforderliche Sonderfreigabe öffentlich angekündigt. In Fall von Vance nicht.

Das Büro von JD Vance betonte, der Vizepräsident habe von der Aktion nichts gewusst. „Der Secret Service ergreift häufig Schutzmaßnahmen ohne Wissen des Vizepräsidenten oder seiner Mitarbeiter, wie es auch am vergangenen Wochenende der Fall war“, schrieb Vance-Sprecherin Taylor Van Kirk.

Kritik kam dennoch prompt: Richard Painter, früherer Ethikberater unter Präsident George W. Bush, nannte die Aktion „heuchlerisch“ und „ziemlich empörend“. Auch Norm Eisen, früherer Ethikberater im Weißen Haus unter Barack Obama, sagte über seine Amtszeit: „Ich habe viele ungewöhnliche Anfragen erhalten, aber ich habe nie eine Anfrage erhalten, den Abfluss eines Wasserlaufs zu erhöhen, damit ein Regierungsbeamter Kajak fahren kann.“

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