Debatte um teure Medikamente für alte Patienten: Warken kontert Arzneien-Vorstoß | Politik

14.11.2025 - Cuma 09:30

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Berlin – Riesen-Debatte um die Behandlung von schwerkranken alten Menschen! Der CDU-Gesundheitspolitiker Hendrik Streeck (46) bringt ins Spiel, den Einsatz teurer Medikamente bei alten und schwerkranken Menschen aus Kostengründen zu überdenken.

In WELT TV (gehört wie BILD zu Axel-Springer) sagte Streeck: Es brauche in der Medizin „klarere und verbindliche Leitlinien, dass bestimmte Medikamente auch nicht immer ausprobiert werden sollten - es gibt einfach Phasen im Leben, wo man bestimmte Medikamente auch nicht mehr einfach so benutzen sollte“, so Streeck in WELT TV (gehört wie BILD zu Axel-Springer). Er nannte exemplarisch 100-Jährige.

Jetzt räumt Gesundheitsministerin Nina Warken (46, CDU) den Vorstoß ab. Sie sagt zu BILD: „Die Äußerungen reihen sich ein in eine Reihe von Vorschlägen aus dem parlamentarischen Raum zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung. Im Ministerium wird diese Zielrichtung nicht verfolgt.“ Heißt: Mit ihr als Ministerin wird es das nicht geben.

Top-Mediziner stimmt Streeck zu

Auch die Vorstandsvorsitzende des Sozialverbandes SoVD, Michaela Engelmeier (65), kritisiert Streecks Vorstoß. Zu BILD: „Wer darüber diskutiert, ob sehr alte Menschen noch Anspruch auf teure Medikamente und Therapien haben, stellt unsere solidarische Gesundheitsversorgung infrage. Eine Altersgrenze für notwendige Therapien ist ethisch nicht vertretbar und sachlich Quatsch.“

Zustimmung für Streeck kommt aus der Medizin. Prof. Christoph Kleinschnitz (52, Direktor der Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Essen) sagt zu BILD: „Im Kern hat Hendrik Streeck Recht.“ Es sei völlig richtig, „darüber zu diskutieren, ob hochbetagte schwerkranke Patienten die volle medizinische Versorgung bekommen sollen“, so Kleinschnitz.

Die Diskussion müsse medizinisch geführt werden. Konkret: „Ergibt es Sinn, einen schwerkranken alten Patienten monatelang intensivmedizinisch zu behandeln, teure Medikamente auszuprobieren, wenn es keine Chance auf Heilung gibt? Oder ist in diesem Fall eine bessere Palliativmedizin, die den Patienten die Schmerzen und Angst nimmt, sinnvoller? Das muss in jedem Einzelfall entschieden werden. Eine pauschale Altersgrenze zur Behandlung sollte es nicht geben.“

Diskussion über Therapien für Hundertjährige: „Bestimmte Medikamente dann nicht mehr…“

Quelle: WELT

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