Drohnenterror in Tel Aviv – Israel fliegt Luftangriffe als Antwort | Politik

21.07.2024 - Pazar 13:19

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Erstmals ist es Islamisten aus dem Jemen offenbar gelungen, eine Kamikaze-Drohne nach Tel Aviv zu steuern – durch die Explosion wurde ein Mensch getötet, mindestens zwölf weitere verletzt.

Israels Luftwaffe reagierte: Am Samstagabend flog sie einen Angriff militärische Ziele des Terror-Regimes in der Hafenstadt al-Hudaida. Als Antwort auf „hunderte Angriffe“ in den vergangenen Monaten.

Aufnahmen aus sozialen Medien zeigten mutmaßlich brennende Treibstofflager – es war der erste öffentlich bekannt gewordene israelische Luftangriff auf ein Ziel im Jemen.

Verteidigungsminister Joaw Gallant erklärte: „Das Feuer, das derzeit in Hodeida brennt, ist im gesamten Nahen Osten zu sehen und die Bedeutung ist klar.“ Gemeint: Der Iran und die libanesische Hisbollah sollten nicht wagen, Israel anzugreifen.

Die Huthis schwören Rache. Wie gefährlich werden die jemenitischen Terroristen für Israel?

Kam die Drohne wirklich aus dem Jemen?

Ausgerechnet den islamistischen Huthis aus dem gut 2000 Kilometer entfernten Jemen ist anscheinend gelungen, woran andere Terrorgruppen aus der Region bisher scheiterten: eine Kamikaze-Drohne vorbei an der israelischen Luftverteidigung nach Tel Aviv zu steuern.

Israelische Sicherheitskräfte sperren den Bereich nahe dem US-Konsulat in Tel Aviv, an dem eine Drohne explodierte

Israelische Sicherheitskräfte sperren den Bereich nahe dem US-Konsulat in Tel Aviv, an dem eine Drohne explodierte

Foto: Ricardo Moraes/REUTERS

Kurz nachdem die Drohne in unmittelbarer Nähe des US-Konsulats explodiert war, reklamierte ein Sprecher der Terrormiliz den Anschlag im Namen der Huthis. Das israelische Militär erklärte, man habe die Drohne zwar entdeckt, ein menschlicher Fehler habe jedoch dazu geführt, dass diese nicht bekämpft wurde.

Tausende Islamisten im Jemen feiern den tödlichen Drohnenangriff auf Tel Aviv. Auf den Schildern stehen antiisraelische und antiamerikanische Parolen

Tausende Islamisten im Jemen feiern den tödlichen Drohnenangriff auf Tel Aviv. Auf den Schildern stehen antiisraelische und antiamerikanische Parolen

Foto: Anadolu via Getty Images

Unklar ist derzeit noch, ob die Drohne tatsächlich aus dem Jemen oder möglicherweise aus dem Libanon gestartet wurde.

Denn: Die eingesetzte Drohne vom Typ Sammad-3 verfügt eigentlich nicht über die Reichweite, um die mehr als 2000 Kilometer bis nach Israel zurückzulegen. Sie könnte also entweder aus dem Libanon gestartet – oder modifiziert worden sein, um eine höhere Reichweite zu erlangen.

Propagandaerfolg für die Islamisten

Für die Islamisten ist der tödliche Anschlag ein wichtiger Propagandaerfolg: Zwar hatte die Gruppe mehrfach Drohnen und Raketen auf Israel abgefeuert, doch verfehlten diese meist ihr Ziel oder wurden vorher abgefangen.

Für Israel sind die Angriffe der Huthis zwar vergleichsweise nachrangig: Die Militäroffensive gegen die Hamas in Gaza und ein drohender großer Krieg gegen die Hisbollah im Libanon haben für Jerusalem weitaus größere Priorität.

Das Feuer in der jemenitischen Hafenstadt sei im ganzen Nahen Osten zu sehen, sagte Israels Verteidigungsminister

Das Feuer in der jemenitischen Hafenstadt sei im ganzen Nahen Osten zu sehen, sagte Israels Verteidigungsminister

Foto: ANSARULLAH MEDIA CENTRE / AFP

Dennoch befindet sich der jüdische Staat in einem Dilemma: Denn gegen die Huthis zurückzuschlagen, erfordert wegen der großen Entfernung einiges an Ressourcen.

Dazu kommt: Auch regelmäßige Luftschläge einer internationalen Allianz unter Führung der USA konnten die Terrorgruppe nicht entscheidend schwächen – zu tief haben sich die Islamisten im Jemen eingegraben.

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