In der Hinrunde war es eines von Dynamos Stärken, Spiele in der Schlussphase zu entscheiden. Nach glücklicher 1:0-Führung im Spitzen-Duell in Cottbus brach Dresden diesmal aber ein Stück weit ein, zitterte das 1:1 gerade so über die Zeit...
Mittelfeldmann Niklas Hauptmann (28) verblüffte hinterher mit der Aussage: „Hinten raus hat man gemerkt, dass wir während des Spiels ganz schön Körner gelassen haben. Die Kräfte bei uns haben nachgelassen am Ende.“
Stellt sich bei Dynamo also wie in der Rückrunde letzter Saison schon wieder die Fitness-Frage?
Trainer Thomas Stamm (41) wich nicht aus: „Heute hat es sich von der 60. bis zur 90. Minute sehr träge, schwer und nicht frisch angefühlt. Das müssen wir gut nachbereiten. Manchmal hat es eine mentale Komponente, aber wir haben ja sogar geführt. Wir waren heute nicht in der Lage über 90 Minuten zu powern und die Intensität mitzugehen. Ich vorneweg muss mich fragen, warum ist das so?“
Klar: Der Coach wird offensichtlich den Trainingsplan überdenken, um mehr Spritzigkeit reinzubekommen. Allerdings ist Stamm nicht der erste Übungsleiter in Dresden, der sich damit kurz nach der Winterpause beschäftigt. Nur ist der Schweizer einer, der Defizite sofort klar benennt und versucht, gegenzusteuern.
Thomas Stamm beobachtet alles entschlossen, um Dynamo Dresden in die 2. Liga zu führen
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In der vergangenen Saison hatte sich Athletiktrainer Matthias Grahé (56) immer auf Top-Werte bei Laufdaten gestützt, auf dem Platz hatte es sich für viele Spieler aber damals anders angefühlt. Jetzt wird Stamm als neuer Chefcoach der Sache auf den Grund gehen.
Fakt: Seine taktische Umstellung auf eine Fünferkette rund 25 Minuten vor Schluss bei einer 1:0-Auswärtsführung im Topspiel war grundsätzlich genau die richtige Maßnahme. Damit wollte Stamm den (für Dynamo zu) schnellen Flügelmännern von Energie Cottbus den Platz nehmen.
Hauptmann kritisierte schon bezüglich der ersten Hälfte: „Die Anfangsphase war gut. Danach gab es zu oft den Fall, dass sie sich im Zentrum aufdrehen konnten und auf unsere Abwehrkette gelaufen sind. Da haben wir Probleme gekriegt und das ist das Thema Zweikämpfe und zweite Bälle.“
Stamm: „Ich darf nicht zufrieden sein!“
Dank Stamms Taktik-Reaktion zog Dresden Energie eigentlich den Stecker - bis Timmy Thiele (33) in der 86. Minute eine hohe Hereingabe von Erik Tallig per Bogenlampe zum 1:1 ins Netz nicken konnte. Da zeigte der Trainer erneut die Schwachstellen auf: „Wenn ich sehe, wie wir beim Tor die Flanke halt nicht verteidigen, uns wegdrehen. Da spielt es keine Rolle, ob wir mit Dreier-, Vierer-, Fünfer- oder Achterkette spielen. Da müssen wir dran arbeiten und aktiver sein.“
Dynamo konnte den Cottbuser Jubel in der Schlussphase nicht verhindern
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Speziell: Jakob Lemmer, der FCE-Winterneuzugang Tallig gewähren ließ, und Lukas Boeder bei Timmy Thiele sahen da in der letzten Linie nicht hellwach aus.
Stamms Fazit: „Ich bin und darf heute nicht zufrieden sein!“
Trotzdem bleibt positiv: Dynamo Dresden hat dem Derby-Druck insgesamt Stand gehalten und einen wichtigen Zähler auf dem Weg zum Zweitliga-Aufstieg eingesammelt.
„Für den Punkt entschuldigen wir uns nicht“, sagt der Coach. Feststeht: Die Stamm-Analysen sind gerade deutlich besser als die Ergebnisse.