Kann sich ein Profi mit 36 Jahren auf dem Platz neu erfinden – und will er das überhaupt? Die Frage stellt sich vorm Heim-Knaller von Dynamo Dresden Samstag (14 Uhr) gegen Saarbrücken…
Denn nach seinem zweiten Platzverweis in dieser Saison kehrt SGD-Kapitän Stefan Kutschke (36) rechtzeitig zum ersten von drei Topspielen zurück in den Kader.
Durch die Gelb-Rote Karte in Aue (0:2) im August und Glatt-Rot in Wiesbaden (0:1) im Oktober steht der Stürmer bei den Schiris unter Beobachtung. Wenn sie Kutschke nicht sogar auf dem Kieker haben.
Der sächsische Zweitliga-Referee Richard Hempel (27/Großnaundorf) erklärte BILD einst: „Vor jeder Partie bespreche ich mit meinem Team, welche Charaktere für uns die Schlüsselspieler sind.“
Heißt: Die Unparteiischen bereiten sich auf die Heißsporne vor – und „Kutsche“ ist in der 3. Liga ein prominenter Fall.
Zweimal schickten die Schiris den Stürmer diese Saison schon vorzeitig zum Duschen
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BILD fragte ihn deshalb: Ändern Sie Ihren Spielstil?
Kutschke: „Mit 36 Jahren nochmal etwas umzustellen, dauert eine Weile. Ich will meinem Stil eigentlich treu bleiben, nur die Karten und Sperren vermeiden.“
Klar, von seinem Feuer lebt ein Typ wie er. So kann der emotionale Leader sein Team aufrütteln und mitreißen!
Der gebürtige Dresdner erklärt: „In Wiesbaden habe ich den Kollegen Florian Hübner bei der Grätsche gar nicht gesehen, es war kein absichtliches Foul. Bei meinem Spielstiel kann so etwas passieren.“
Voller Einsatz bedeutet manchmal Risiko! Die Ampelkarte in Aue hatte genauso spezielle Vorzeichen, schließlich hatten die Auseinandersetzungen mit Martin Männel schon etwas von einer Privat-Fehde der Klub-Legenden.
Keinen Bock auf Tribüne
Trotzdem gibt Kutschke, der nach einer Hand-OP mit Manschette spielt, zu: „Vielleicht muss ich ein bisschen mehr noch den Kopf einschalten in bestimmten Situationen.“
Damit die Schiris bei 50:50-Entscheidungen auch für ihn mal Gnade vor Recht ergehen lassen.
Was für den Stürmer spricht: In 507 Profi-Partien flog er nur fünfmal vom Feld. Das letzte Mal vor Aue war 2013 für RB Leipzig gegen Halberstadt (0:0)!
Und Bock auf noch mehr Tribünen-Strafen hat Kutschke auf gar keinen Fall. „Es war schlimm von dort oben“, sagt er und freut sich auf da unten gegen Saarbrücken.
Was er erwartet? „Die sind körperlich stark. Es ist 3. Liga, da geht es nicht um Schönspielerei, sondern um Zweikämpfe und Mentalität. Das Spielerische kommt danach.“ Kutschke-Style eben…