Dresden muss weiter auf die erste Huda-Show warten! Im Heimspiel gegen die Adler Mannheim wurden die Eislöwen mit 3:0 gerupft – der erste DEL-Sieg in der erneut stimmungsvollen Joynext-Arena bleibt Zukunftsmusik...
Daher gab es für Super-Goalie Julius Hudacek (37) noch keine Chance, beim Feiern seine Entertainer-Qualitäten auf dem Eis zu zeigen. In Köln kletterte er dazu u.a. regelmäßig auf sein Tor. Trotzdem juckte den Slowaken die klare Eislöwen-Abfuhr vom Tabellenführer wenig, weil er sie richtig einschätzen kann.
Hudacek: „Diese Mannheimer sind mit denen aus den letzten zwei Jahren nicht zu vergleichen. Sie sind viel jünger, spielen viel einfacher und sie sind sehr schnell. Dazu sehe ich eine richtige Struktur, wo jeder mitzieht. Man hat das nicht in jedem Topteam, aber diese Jungs agieren perfekt zusammen - wie im Schach.“
Hudacek adelt die Adler!
Dabei erklärt der Dresdner Torwart auch, warum die Eislöwen zu Beginn so große Probleme hatten und gleich nach 66 Sekunden ein krummes Ei von den Greifvögeln ins Netz gelegt bekamen.
„Das war das beste Team gegen uns bisher. Wir waren so schockiert, dass wir gar nicht reinfanden. Mannheim hat das wiederum gefühlt, also sind sie umso mehr auf uns draufgegangen“, sagt Hudacek.
Ex-NHL-Coach Dallas Eakins hat in Mannheim ein Topteam für diese Saison geformt.
Foto: Sven Hoppe/dpa
Direkt vor ihm hatte sein Kollege Emil Johansson den Puck an den Hosenboden geschossen gekriegt, die Orientierung verloren, Nicolas Mattinen staubte ab. Hudacek: „Aber nach dem ersten Penaltykilling haben wir gemerkt, dass wir es doch können und sind auch in die Partie gekommen.“
Doch die Eislöwen ließen gerade Ende des ersten Drittels große Chancen liegen, verpassten mehrmals den in dieser Phase möglichen Ausgleich. Im zweiten Abschnitt zogen die Adler an, der Treffer war wieder kurios.
„Das 2:0 war mein Fehler. Der Puck darf nicht durchgehen, das sollte nicht passieren“, gestand Hudacek seine unglückliche Rolle beim 2:0 von Kris Bennett (26.) ein. Die Scheibe schlitterte ihm dabei durch die Beine.
„Keine Panik schieben“
Totale Verwirrung auch beim dritten „Ei“ des Tages, als das Spielgerät bei einem Schuss von Alexander Ehl so komisch über den zum Blocken hingehaltenen Schläger von Tomas Sykora schlitterte, dass sie in hohem Bogen ins lange Eck fiel (30.).
Da konnte Julius Hudacek dann auch wirklich - wie alle Zuschauer - nur doof zugucken.
Für den Neuzugang steht fest: „Wenn wir gegen solche Mannschaften wie Adler Mannheim , Eisbären Berlin , Kölner Haie gewinnen wollen, muss jeder von uns absolut die 100 Prozent erreichen. Weil jeder Fehler da knallhart bestraft wird, das hat man heute gesehen.“
Deshalb lautet sein Appell: „Gegen die Großen wie Mannheim wären das nur Extra-Punkte. Wir müssen überhaupt keine Panik schieben. Für uns sind die wichtigen Spiele gegen Nürnberg, Schwenningen, Augsburg, Iserlohn und so.“
Die Nürnberg Ice Tigers gewannen am Freitagabend mit 3:0 beim DEL-Letzten Löwen Frankfurt.
Foto: IMAGO/Beautiful Sports
Diese vier Gegner kommen jetzt in den nächsten Partien. Schon Sonntag (16.30 Uhr) zählt's bei den Ice Tigers Nürnberg.
Dafür bricht er eine Lanze für die Mitspieler, die anders als er im ersten Jahr DEL spielen. „David Suvanto beeindruckt mich. Und Niklas Postel, der als Stürmer heute in der Abwehr ran musste, hat es einfach brillant gemacht. Die Aufgabe ist es, jeden Tagen zusammen zu halten und zu fighten, fighten, fighten.“
Damit die Dresdner Eislöwen der sächsischen Landeshauptstadt weiterhin solche hochklassigen Kontrahenten präsentieren und vielleicht irgendwann auch mal ärgern können. Dann wäre die Huda-Show mehr als angebracht...