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Vor das ARD-Mikro trat Julian Nagelsmann (36) mit geröteten Augen, gestand nach dem bitten Viertelfinal-Aus: „Ich muss mit den Tränen kämpfen. Eine Heim-EM werde ich in meiner Karriere nicht mehr erleben.“ Kurz darauf bei der Pressekonferenz hatte der Bundestrainer noch immer eine brüchige Stimme.
Herr Nagelsmann, BILD titelt „Elfer-Beschiss! Für uns seid Ihr die Sieger“. Fühlen Sie sich denn betrogen?
Julian Nagelsmann (36): „Ich fühle mich nicht beschissen oder betrogen. Mir tut es einfach leid für die Mannschaft, weil ich finde, dass wir sehr viel investiert haben, um weiterzukommen. Ich hatte in jeder Sekunde das Gefühl: Jeder wollte das, jeder einzelne Spieler. Sie können Szenen vom letzten Turnier von der Bank ansehen, da gab es keine einzige Szene, wo die ganze Bank stand und reingerufen hat.“
Wie sieht es gerade in Ihnen aus?
„Es tut weh, dass man zwei Jahre warten muss, bis man Weltmeister werden wird. Die Aussage gefällt Euch, da werden die Augen alle groß. Was soll ich sagen? Dass wir in der Vorrunde ausscheiden? Natürlich wollen wir Weltmeister werden. Das ist doch klar.“
Toni Kroos (34) hat heute das letzte Spiel seiner Karriere gemacht. Was geben Sie ihm mit?
„Die Karriere von Toni Kroos kann man nicht hoch genug einschätzen. Was offensichtlich ist, sind seine sportlichen Erfolge, die er gefeiert hat. Das wird für einen deutschen Spieler auf lange Zeit einmalig bleiben, vielleicht auch für immer.“
AUS gegen SpanienUnser EM-Drama im Video
„Was noch höher anzurechnen ist, ist sein Charakter, wie er als Mensch ist und welche Rolle er sich selbst gibt, in so einer großen Gruppe: Keine, die besonders ist, er sah sich immer als Teil der Gruppe. Für mich ist das in der Bewertung seiner Karriere noch höher anzusiedeln.“
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