Enthüllung um Unions-Legende: CDU-Parteibuch von Bundeskanzler Ludwig Erhard gefälscht | Politik

26.06.2024 - Çarşamba 17:19

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Er ist der Erfinder der sozialen Marktwirtschaft. Er war Kanzler, er war Parteivorsitzender. Und er trägt damit bis heute zum Stolz der CDU bei. SEINER CDU? Von wegen? Ein renommierter Historiker behauptet nun:

Ludwig Erhard (1897 bis 1977) war gar nicht CDU-Mitglied.

Zumindest nicht, als die ihn zu ihrem Chef krönte. Und als er als Kanzler die junge Bundesrepublik regierte. Erst Jahre später sei er in die Partei eingetreten und habe dann hastig noch Mitgliedsbeiträge nachgezahlt. Kurios!

Der erste Wirtschaftsminister (1949 bis 1963) und zweite Bundeskanzler nach dem Krieg trat erst 1968 amtlich in die CDU ein. Da lagen seine Regierungsämter bereits hinter ihm und auch seinen Posten als CDU-Parteivorsitzender (1966 und 1967) hatte er abgegeben.

Das belegt die historische Forschung von Professor Ulrich Schlie (59, Uni Bonn). Er erläutert exklusiv bei BILD: „Ludwig Erhard ist tatsächlich erst 1968 in die CDU eingetreten.“

In den Akten der heutigen CDU-Kreisgeschäftsstelle Ulm, in Erhards Wahlkreis, finden sich laut Schlie kaum Hinweise auf eine Mitgliedschaft Ludwig Erhards, erst recht nicht auf seinen Eintritt in die CDU. Der Historiker versichert: „Erhards Mitgliedsausweis, der ihm 1968 ausgestellt wurde, weist als Eintritt das Jahr 1949 aus. Das ist gefälscht! Tatsächlich wurde Ludwig Erhard, wie wir jetzt aus einer Quittung für nachbezahlte Parteibeiträge schließen können, erst 1968 formal Mitglied der CDU.“

Mit diesem Dokument aus dem Jahr 1968 beginnt Erhards Mitgliedsakte bei der CDU. Frühere Hinweise auf eine Mitgliedschaft gibt es nicht

Mit diesem Dokument aus dem Jahr 1968 beginnt Erhards Mitgliedsakte bei der CDU. Frühere Hinweise auf eine Mitgliedschaft gibt es nicht

Foto: CASSIS/Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Wenn es nach den Statuten der CDU korrekt zugegangen wäre, hätte Ludwig Erhard „gar nicht zum CDU-Vorsitzenden im März 1966 gewählt werden“ können. Schlie glasklar: „Die Wahl war also formal inkorrekt.“ Erst mit der Nachzahlung der Parteibeiträge sei er richtiges CDU-Mitglied geworden.

Trotzdem war Erhard die Wahllokomotive, die der Union 1949 bei den erst Bundestagswahlen einen Wahlsieg bescherte. Er war neben Konrad Adenauer das Aushängeschild der jungen CDU. Der Historiker: „Über weite Strecken war der „Dicke“ (Erhard) populärer als der „Alte“ (Adenauer).“

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