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Er postet den Tod mit einem Lächeln: Der TikTok-Schlächter aus dem Sudan | Politik
02.11.2025 - Pazar 07:08
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Es sind mindestens zehn Männer, die im Sand sitzen. Ein Mann mit schulterlangen, lockigen Haaren steht vor ihnen, seine Waffe in den Händen. Neben ihm stehen noch andere Bewaffnete, einige der sitzenden Männer heben abwehrend ihre Hände. Es hilft ihnen nichts. Der Locken-Mann zielt und schießt in schneller Folge einen nach dem anderen nieder. Seine mörderischen Kumpanen helfen, Blut und menschliche Fetzen fliegen und klatschen auf andere.
Es ist nur eine von unzählbaren Horrorszenen, die zurzeit im Sudan täglich stattfinden. Vor allem nicht-arabische, schwarzafrikanische Stammesangehörige sind zu Tausenden die Opfer der Mördermiliz RSF (Rapid Support Forces), die sich einen erbitterten Kampf gegen die aktuelle Übergangsregierung liefert.
Abu Lulu ist rechts im Bild. Er hält eine Waffe, mit der er gleich die vor ihm sitzenden Männer erschießt
Besonders abartig: Die Milizen machen hemmungslos Videos von ihren Gräueltaten, die sie stolz auf TikTok platzieren. Der Mann mit den Locken nennt sich Abu Lulu, sein richtiger Name lautet Brigadegeneral Al-Fateh Abdullah Idris. Er besonders rühmt sich als Schlächter, der laut seiner Aussage persönlich für das Abschlachten von mehr als 2000 Menschen verantwortlich sei.
Nach wenigen Sekunden sind alle Männer tot
Die Erschießungen aus dem Video sollen in der Stadt al-Faschir im Südwesten des Landes stattgefunden haben. Nach 18-monatiger Belagerung hat die RSF-Miliz die Stadt eingenommen und allein in einem Geburtskrankenhaus mindestens 460 Zivilisten abgeschlachtet. Mütter, Babys, Angehörige. Es gebe Berichte über Massenhinrichtungen, Massenmorde, Vergewaltigungen, Angriffe auf humanitäre Helfer, Plünderungen, Entführungen und Zwangsumsiedlungen, sagte UN-Sprecher Seif Magango. Ihm und seinem Büro wurden schockierende Videos und Bilder übermittelt. Auch auf Social Media, vor allem auf TikTok, gibt es unzählige davon.
Erschießungen, Leichen, massenhaft Blut. Letzteres ist auf Satellitenbildern sichtbar. Deutlich sind riesige Lachen und menschliche Umrisse erkennbar. Forscher des „Humanitarian Research Lab“ (HRL) veröffentlichten Aufnahmen, auf denen rötlich verfärbter Sand zu sehen ist. Alles deutet auf Massenhinrichtungen und Massaker hin.
Eins der Satellitenbilder. Deutlich sind rot verfärbte Stellen im Sand zu sehen
Seit dem Fall von al-Fascher ist die Stadt von jeglicher Kommunikation abgeschnitten, doch Überlebende, die die nahegelegene Stadt Tawila erreichten, berichteten der AFP von Massenmorden, von Kindern, die vor ihren Eltern erschossen wurden, und von Zivilisten, die auf der Flucht geschlagen und ausgeraubt wurden.
Nachdem die Kämpfe im April 2023 in Khartum ausgebrochen waren, breiteten sie sich rasch aus. Schätzungen zufolge wurden mittlerweile mindestens 150.000 Menschen getötet, darunter viele Zivilisten.
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