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Eriksson (†76) zu Hamann: „Wir feiern das Leben, Kaiser!“ | Sport
13.09.2024 - Cuma 22:18
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Es sind ergreifende letzte Worte und sie wurden geschrieben, um Mut zu machen.
Verfasst hat sie der jetzt im Alter von 76 Jahren verstorbene, legendäre schwedische Trainer Sven-Göran Eriksson. Mit Zustimmung seiner Familie wurde seine letzte Kolumne postum und noch vor seiner Beerdigung am Freitag in der englischen Zeitung „Daily Telegraph“ veröffentlicht. Eriksson war als erster Ausländer englischer Nationaltrainer (2001 bis 2006), übernahm danach Manchester City.
Und deshalb spielt in Erikssons bewegender Kolumne mit der Botschaft ‚Gebt niemals auf!´ ein Deutscher eine Rolle: Dietmar ‚Didi´Hamann (51). Eriksson nennt den ehemaligen Nationalspieler (u.a. FC Bayern, Newcastle, FC Liverpool, Manchester City) darin tatsächlich ‚Kaiser‘.
Trainer-Legende Sven-Göran Eriksson wurde 76 Jahre alt
Eriksson hat in seiner letzten Kolumne u.a. dieses geschrieben:
„Das Leben sollte gefeiert werden. Diese Einstellung hatte ich schon immer. Wie kann ich das am besten veranschaulichen? Nun, Sie haben vielleicht die Geschichte gehört, die einer meiner ehemaligen Spieler, Didi Hamann, über mich erzählt, als ich 2008 von Manchester City entlassen wurde.“
„Wir waren traurig und kauften Champagner“
Dann schildert der 2023 an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankte Trainer selbst die besagte Szene: „Es war auf einer Nachsaison-Tour in Thailand, und Didi saß am Pool. Didi wusste nicht, dass Tord Grip, mein Assistent, und ich gerade entlassen worden waren. Tord und ich waren traurig darüber, weil wir eine gute Saison hatten. Also taten wir, was jeder in dieser Situation tun sollte: Wir kauften ein paar Flaschen Champagner. Ich sah Didi am Pool und brachte ihm ein Glas. Er fragte mich: ‚Was feiern wir, Boss?‘
Meine Antwort war damals die gleiche wie heute, wenn ich diese letzten Worte schreibe, die irgendwann veröffentlicht werden sollen. ‚Wir feiern das Leben, Kaiser‘, sagte ich. ‚Das Leben.‘ Wir saßen auf unseren Sonnenliegen am Pool und tranken etwas. Das Leben feiern – das war immer meine Einstellung, egal was kommt.“
Eriksson schreibt auch über die Zeit nach der Diagnose: „Seitdem ich die Nachricht bekam, dass ich unheilbar krank bin, war es schwierig. Es gab Tage, an denen es mir sehr schlecht ging, und andere Tage, an denen es mir okay ging. Aber durch all das hindurch versuchte ich immer, jeden Tag mit einem Lächeln zu leben. Man muss positiv bleiben.“
In einem hellen Sarg wurde Eriksson beigesetzt
Als Eriksson am Freitag in seiner schwedischen Geburtsstadt Torsby beigesetzt wurde, erwiesen ihm 600 Trauergäste aus aller Welt die letzte Ehre. Der verstorbene Trainer wirkte u.a. bei IFK Göteborg (Uefacup-Sieger 1982, 1:0/3:0 gegen den Hamburger SV), Benfica Lissabon, AS und Lazio Rom, AC Florenz sowie den Nationalmannschaften von England, Mexiko, Elfenbeinküste und den Philippinen.
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