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Erschreckende Zahlen! Zwei von drei Ärzten werden Opfer von Gewalt | Politik
18.07.2024 - Perşembe 16:46
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Sie wollen heilen und helfen – und werden doch immer häufiger selbst Opfer von Gewalt: Ärzte in den Krankenhäusern und Praxen von NRW. Nach Sanitätern, Feuerwehrleuten und Polizisten wird offenbar ein weiterer Berufsstand von einer Welle der Gewalt erfasst.
Aufrüttelnde Zahlen kommen von der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Sie hat eine Abfrage unter den Medizinern ihres Bezirks gemacht und dabei diese Daten erfasst: ► Von 4 513 Ärzte-Rückmeldungen haben 2 917 auf die Frage „Haben Sie in der Vergangenheit in ihrem ärztlichen Alltag Gewalt erfahren müssen?“ mit „Ja“ geantwortet.
► Dabei handelte es sich in 2 676 Fällen um verbale Gewalt, in 1 015 Fällen auch um körperliche Gewalt. ► 1 354 Fälle ereigneten sich im stationären, 1 339 im ambulanten Bereich, 254 im Rettungsdienst. ► Hauptsächlich ging die Gewalt von Patienten (2 159 Fälle) oder Angehörigen (1 563 Fälle) aus. Nur vereinzelt wurden auch Fälle von Gewalt unter ärztlichen Kollegen oder etwa durch Pflegepersonal, Krankenschwestern, Sanitätern, Passanten oder Polizisten registriert.
[-->„Die Gewalt gegen ärztliche Kolleginnen und Kollegen eskaliert. Wir können und dürfen dieses Thema gesellschaftlich nicht länger ignorieren“, stellt Dr. Hans-Albert Gehle, der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe fest und nennt das Umfrage-Ergebnis „erschreckend.“ Es gebe erkennbar eine „spürbare und dauerhafte Zunahme von Gewaltereignissen im ärztlichen Alltag“. Er fordert von der Politik, dass Ärzte in die Regelung des Paragraphen 115 Strafgesetzbuch aufgenommen werden müssen, der bisher Angriffe auf oder Widerstand gegen Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungsdienstmitarbeiter sanktioniert.
Sicherheitsdienste als Schutz
Die NRW-Krankenhausgesellschaft (KGNW) hat im April sogar einen Leitfaden zum Thema „Gewalt und Gewaltprävention in Krankenhäusern“ herausgegeben. Darin dieser Satz: „Man muss leider sagen: Verbale, körperliche und sexualisierte Gewalterlebnisse gehören im Krankenhaus zum Alltag.“ In dem Leitfaden werden fiktive Fälle durchgespielt, wie z. B. ein Arzt, der Stunden vorher einen Besucher der Station verweisen musste, auf dem Weg zu seinem Auto diesem Mann am Parkplatz begegnet und mit einem Faustschlag brutal niedergestreckt wird.
Eine der empfohlenen Maßnahmen der KGNW neben Notfallplänen und Trainings für eine Deeskalation: ein professioneller Sicherheitsdienst, der idealerweise zu zweit rund um die Uhr verfügbar ist. Auch bauliche Veränderungen werden empfohlen, um Gewalt zu verhindern, z. B. bruchsicheres Glas, ein Wartebereich ohne Sichtkontakt zum Empfang, aber auch Versorgung der Wartenden mit Essen und Getränken, freies WLAN.
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Apsny News