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Am Freitag traf Olaf Scholz (66, SPD) noch seine besten Freunde, einen Tag später musste der Kanzler mit seinem schwierigsten Nato-Partner ringen.
Freitagmittag empfing Scholz den scheidenden US-Präsidenten Joe Biden (81) zu seinem Abschiedsbesuch in Berlin. Mit dabei: der britische Premierminister Keir Starmer (62) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (46). Die vier Regierungschefs ließen sich gut gelaunt im Kanzleramt fotografieren, demonstrierten Einigkeit. Ihre Botschaft: Wir stehen zusammen als starkes West-Bündnis.
26 Stunden später traf Scholz Türkei-Präsident Recep Tayyip Erdogan (72) in Istanbul – ein heikler Besuch.
Offiziell sollte es u.a. um wirtschaftliche Zusammenarbeit und Visa-Freiheit für Türken gehen. Doch im Nahost-Konflikt hofiert Erdogan übelste Terroristen, bezeichnet die islamistische Terrorbande Hamas als „Befreiungsbewegung“, hetzt immer wieder gegen Israel. Am Samstagvormittag der erste Eklat: Die Türkei kondolierte der Hamas nach der Tötung des Terrorpaten Jahja Sinwar (†61) durch Israel.
Kurz darauf die nächste Provokation: Während Erdogan Scholz im Palast empfing, trafen sich der türkische Außenminister Hakan Fidan (56) seinen iranischen Amtskollegen Abbas Araghchi (61). Das Mullah-Regime griff gerade erst Israel an, unterstützt die Hamas.
Türkei-Außenminister Hakan Fidan (56) empfing seinen iranischen Amtskollegen Abbas Araghchi (61)
Bei der gemeinsamen Pressekonferenz von Scholz und Erdogan am Samstagnachmittag war die Distanz zwischen den Regierungschefs greifbar. Erdogan warf Israel „Völkermord“ und „Massaker“ an Palästinensern vor. Scholz widersprach, betonte Israels Recht zur Selbstverteidigung gegen die Terroristen. Der Kanzler: „Es ist kein Geheimnis, dass wir unterschiedliche Sichtweisen auf Israel haben.“
Scholz und Erdogan am Samstag in Istanbul
Doch: Scholz ist auf Erdogan angewiesen. Auch, wenn sie in der Pressekonferenz dazu nichts sagten, inoffiziell verhandeln sie über ein Migrationsabkommen, das die Abschiebung der rund aktuell 16.000 ausreisepflichtige Türken ermöglichen soll. Erdogan wiederum erhofft sich von Scholz weitere Waffenlieferungen (u.a. 40 Eurofighter-Kampfjets). Das wäre dann der nächste Kanzler-Spagat…
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