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Experte rechnet vor: Mehr arbeiten? Lohnt sich oft überhaupt nicht! | Politik
22.07.2025 - Salı 20:23
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Berlin – Die Deutschen sollen mehr arbeiten, fordert unter anderem Kanzler Friedrich Merz (69, CDU). Und möglicherweise wollen das viele Bundesbürger auch. Allerdings: Oft lohnt es sich gar nicht! Der Sozialexperte Prof. Andreas Peichl (46, ifo Institut) hat ermittelt: Selbst bei 2000 Euro Lohn obendrauf haben Familien kaum mehr Geld zur Verfügung. Denn: Im Gegenzug würden Sozialleistungen gekürzt, etwa das Wohngeld.
Die brisanten Berechnungen:
► Bürgergeld: Eine vierköpfige Familie in München bezieht im Monat 3000 Euro Sozialleistungen, so der Experte zu BILD. Mit ein bisschen regulärer Arbeit (max. 1000 Euro/Monat) käme sie auf rund 3300 Euro.
► Job mit 3500 Euro: Hat ein Elternteil einen regulären Vollzeitjob und verdient z. B. 3500 Euro brutto im Monat, kommt die Familie demnach auf 4180 Euro/Monat (inkl. Wohngeld, Familienzuschlag, etc.).
Das heißt: Obwohl der Lohn 2500 Euro höher liegt, hat die Familie unterm Strich „nur“ 880 Euro mehr.
► Job mit 5500 Euro: Noch krasser ist die Rechnung, wenn zum Beispiel beide Eltern arbeiten und das Haushaltseinkommen 5500 Euro brutto beträgt. Dann bleiben unterm Strich 4400 Euro.
Arbeitet nur ein Elternteil und verdient 5500 Euro brutto im Monat, bleiben unterm Strich sogar „nur“ 4300 Euro. Kaum mehr als beim Verdienst von 3500 Euro.
Peichl: „Wenn das Paar 2000 Euro mehr verdienen würde, zahlen sie mehr Steuern und verlieren den Anspruch auf das Wohngeld.“ Bitteres Fazit des Experten: „Es macht keinen Unterschied, ob Sie mehr arbeiten!“
Prof. Andreas Peichl (46) belegt mit seiner Studie, dass sich Mehrarbeit oft nicht lohnt
Insbesondere Frauen würden dazu motiviert, zu Hause zu bleiben. Denn: In 90 Prozent der Fälle ist der Mann die Haupteinkommensperson einer Familie. Peichl: „Besonders Frauen würden davon profitieren, wenn man das Bürgergeld reformiert.“
BILD fragt: Was ist zu tun? In der „Süddeutschen Zeitung“ spricht sich Peichl dafür aus, dass den Fleißigen unterm Strich mehr bleibt. Und es weniger Stütze für jene gibt, die zu Hause bleiben (z. B. durch Kürzung bei Ablehnung von Jobangeboten). Es brauche mehr „Zuckerbrot und Peitsche“, fordert Peichl.
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