Explodierende Kosten: Ärzte fordern 300 Euro Facharzt-Aufschlag | Politik

29.09.2025 - Pazartesi 22:50

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Berlin – Deutschlands Krankenkassen rutschen immer tiefer in die roten Zahlen! Experten fordern deshalb, dass entweder die Kosten drastisch sinken oder die Einnahmen erhöht werden müssen. Wie genau? Das ist bislang völlig unklar. Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, bringt jetzt einen „Facharzt-Aufschlag“ ins Spiel.

Gesetzlich Versicherte, die direkt einen Facharzt aufsuchen möchten, müssten dann eine jährliche Extragebühr bezahlen. Rund 200 bis 350 Euro würde das kosten, sagte Gassen dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Nicht betroffen: Patienten, die zunächst zum Hausarzt gehen und sich von dort bei Bedarf zum Facharzt überweisen lassen.

Ausnahmen könnte es etwa für Augenärzte geben. Hausärzte können in diesem Bereich nur begrenzt eigene Einschätzungen abgeben

Ausnahmen könnte es etwa für Augenärzte geben. Hausärzte können in diesem Bereich nur begrenzt eigene Einschätzungen abgeben

Foto: picture alliance / Westend61

Gassens Vorschlag kommt nur wenige Tage nach den Reformüberlegungen in der Regierungskoalition. Unionsfraktionsvize Albert Stegemann (49) hatte gegenüber BILD eine Strafgebühr von 200 Euro erwogen - für jeden Facharztbesuch ohne vorige Konsultation mit dem Hausarzt.

Noch mehr vermeidbare Arztbesuche?

Beide Varianten haben eine Gemeinsamkeit: Sie würden das Prinzip „Hausarzt zuerst“ stärken, das mittelfristig dazu führen soll, die Kosten des Gesundheitssystems zu senken. Kritiker halten dem allerdings entgegen, dass sich gesetzlich Versicherte noch stärker an ihren Hausarzt binden müssten und vermeidbare Arztbesuche entstünden, wenn eine Überweisung an einen Spezialisten ohnehin unerlässlich ist.

Klar ist aber auch: Allein mit einer Hausarztpflicht gibt es eben nicht mehr freie Termine bei den überlasteten Fachärzten. Gassen setzt deshalb auf den finanziellen Anreiz für die Spezialisten. Soll heißen: Die jährliche Extragebühr würde zumindest teilweise den Fachärzten zugutekommen, die dann mehr Termine anbieten würden.

Gesundheitsministerin Nina Warken (46, CDU) steht unter Druck

Gesundheitsministerin Nina Warken (46, CDU) steht unter Druck

Foto: dts News Agency Germany/Shutterstock

Gesundheitsministerin Nina Warken muss die verschiedenen Reformvorschläge nun prüfen und sich für einen Weg entscheiden. Sogar die vor einigen Jahren eingeführte und dann wieder abgeschaffte Praxisgebühr ist erneut im Gespräch. Die Zeit dafür drängt, denn schon 2024 stand den gesetzlichen Kassen ein Rekorddefizit von knapp 6,7 Milliarden Euro zu Buche.

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