Firmen-Abwanderungen: Ist Deutschland seine Industrie bald ganz los? | Politik

27.05.2024 - Pazartesi 13:49

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Seit vielen Jahrzehnten macht die Produktion von Maschinen, Autos und Chemikalien Deutschland zu einem reichen Land. Doch jetzt wandern viele Betriebe aus, Investoren wenden sich ab. Fällt unsere Industrie auseinander?

Als 1865 die Badische Anilin- und Sodafabrik (BASF) in Mannheim gegründet wurde, lockte der bayerische König Max II. mit Kapital und niedrigen Steuern, sodass die Fabrik auf die westliche Rheinseite nach Ludwigshafen (damals bayerische Pfalz) umzog. Fortan wurde nur der Ruß aus den Schloten vom Westwind zurück nach Baden getragen. Badens Großherzog Friedrich tobte, während sich in Ludwigshafen der größte Chemiekonzern Europas entwickelte.

Knapp 160 Jahre später siedelt BASF erneut um: Fort aus Deutschland – nach China. Zehn Milliarden Euro Investitionen gehen künftig dorthin, Teile der Produktion in Ludwigshafen werden stillgelegt.

BASF ist kein Einzelfall

• Der Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp hat einem Teilverkauf seiner Stahlsparte an einen tschechischen Milliardär zugestimmt. Die IG Metall kündigt bereits „erbitterten Widerstand“ an.

• Traditionsunternehmen Miele errichtet Standorte in Polen, entlässt Mitarbeiter in Deutschland. Betroffen sind zudem viele Mittelständler.

Die Gründe sind hausgemacht: hohe Energiekosten, hohe Arbeitskosten, hohe Steuern. Dazu fehlende Fachkräfte, überbordende Bürokratie und lange Verfahrensdauern.

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