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CSU-Chef Markus Söder (57) steht im Kampf um die Kanzler-Kandidatur der Union mit leeren Händen da. Denn der mächtige NRW-CDU-Chef Hendrik Wüst (49) hat den Rückzug angetreten – und sich hinter Friedrich Merz eingereiht. Der Instinkt-Politiker hat sich verzockt. BILD erklärt die fünf größten Fehler des Bayern.
Söder unterschätzte die eiserne Disziplin von Merz
Söder hat immer wieder probiert, seinen Konkurrenten Merz mit frechen TV-Auftritten aus der Reserve zu locken. Ganz nach dem Motto: Mal sehen, wann der vor Wut platzt. Doch Söder konnte dabei noch so oft mit seinen höheren Beliebtheitswerten kokettieren. Merz blieb stoisch gelassen und verfolgte konsequent weiter seinen Weg. Selbst wenn’s ihm schwerfiel.
Söder setzte aufs falsche Thema
Der CSU-Vorsitzende hatte richtig erkannt, dass viele Unions-Anhänger von den Grünen die Nase voll haben. Er inszenierte sich als wandelnder Garant gegen schwarz-grüne Bündnisse. Und trieb so auch Merz, der Kooperationen mit den Grünen nicht ausschließen will, vor sich her. Allerdings taugte Söders Anti-Schwarz-Grün-Furor gerade nicht dazu, jene CDU-Landeschefs auf seine Seite zu ziehen, die Merz kritisch sehen – allen voran NRW-Regent Hendrik Wüst, der selbst eine schwarz-grüne Regierung führt. Darauf wäre es aber angekommen.
Im Plausch: CSU-Chef Markus Söder (m.) mit NRW-CDU-Chef Hendrik Wüst (r.) und CDU-NRW-General Paul Ziemiak (l.)
Söder schätzte die Stimmung der Landeschefs falsch ein
Zwar gibt es unter den CDU-Landesfürsten einige, die Zweifel haben, ob Merz mit seiner teils sperrigen Art als Wahlkampf-Lokomotive taugt. Aber Merz gelang es, seine Umfrage-Ergebnisse – und die der Union – so weit nach oben zu schrauben, dass auch Skeptiker davon ausgehen, dass er die Wahl gewinnen kann. Dass Söder der bessere Redner ist und ganze Parteitage charmant um den Finger wickeln kann, war nicht mehr der ausschlaggebende Punkt.
Frohgemut: Ex-CDU-Bundeschef Armin Laschet
Söder hat den Laschet-Malus
Zwar haben viele in der CDU es dem Bayern schon verziehen, dass er im Bundestagswahlkampf illoyal gegen den CDU-Kandidaten Armin Laschet stänkerte. Aber: Im Partei-Establishment war das überwiegend nicht der Fall. Da sagten einflussreiche Strippenzieher: Söder – ohne mich. Ihm fehlten deshalb schlicht die Truppen.
Söder hat weniger Asyl-Wumms
Obwohl Merz eigentlich lieber die Finger vom Thema Migration gelassen hätte, entschied er sich angesichts dieser „Schicksalsfrage der deutschen Demokratie“ (FAZ) spät doch dazu. Er stellte die Frage, wie der Staat die Kontrolle über seine Grenzen zurückgewinnen kann, in den Mittelpunkt seines Handelns. Und das mit einer Substanz und Konsequenz, der Söder nichts Vergleichbares entgegensetzen konnte. Damit erwarb er sich in seiner Partei Respekt.
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