Gegenkandidat Pistorius: Wie sehr zittert Merz vor einem Scholz-Sturz? | Politik

20.11.2024 - Çarşamba 06:44

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Nach Lage der Umfragen könnte es für Friedrich Merz bei den Wahlen kaum besser kommen als mit einem Gegenkandidaten namens Olaf Scholz (66).

DENN: Im Direktvergleich (Wen würden Sie wählen?) sticht er den Amtsinhaber mit 32:16 Prozent locker aus.

Für den Fall, dass doch Verteidigungsminister Boris Pistorius (64) für die SPD ins Rennen ginge, sieht es für den CDU-Chef unangenehm eng aus: Merz liegt mit 30 Prozent nur knapp vor Pistorius (27 Prozent).

Wie sehr zittern Merz und die Union davor, dass die SPD die Pferde tauscht und Pistorius nominiert?

BILD erfuhr: Einflussreiche Strategen der CDU/CSU planen seit Wochen mit dem Szenario, dass Pistorius statt Scholz ins Rennen geht. Und genauso mit der (weniger wahrscheinlichen) Alternative, dass SPD-Chef Lars Klingbeil (46) selbst gegen Merz antritt.

CDU setzt auf eigene Botschaften

In der Unions-Führung heißt es, dass man die Kandidaten-Wahl der SPD nicht beeinflussen, sich aber bestmöglich auf die verschiedenen Personal-Varianten vorbereiten müsse.

Mit Blick auf die PR-Kampagne, für die nach wochenlangem Hin und Her jetzt die Hamburger Agentur „fischerAppelt“ den Zuschlag bekam, sei der SPD-Kandidat ohnehin egal.

Denn: Die Christdemokraten wollen keine Negativ-Werbung starten, sondern auf eigene Botschaften setzen – insbesondere zu Wirtschaft und Migration. Die zentralen Punkte des Wahlprogramms wurden zwischen CSU und CDU bereits verständigt – Präsentation: Mitte Dezember.

Klingbeil gilt als gefährlicher

Bestärkt fühlen sich die Wahlkampf-Strategen durch eine INSA-Umfrage für die Mittelstandsunion, wonach nur neun Prozent der Deutschen den Einfluss der Ampel-Regierung auf den Wirtschaftsstandort Deutschland für positiv halten.

Für zwei Jahre Rezession, Industrie-Abwanderung und Insolvenzen-Rekord müsste nach Unions-Lesart aber genauso Pistorius als prominenter Ampel-Mann den Kopf hinhalten – ohne ein ausgewiesener Experte für diese Themen zu sein.

Merz ist entschlossen, seinen Wahlkampf unabhängig vom SPD-Kandidaten durchzuziehen.

Fotos: picture alliance/dpa, picture alliance / photothek, NIELS STARNICK / BILD AM SONNTAG, BILD TV, NIELS STARNICK / BILD, Niels Starnick, Niels Starnick / BILD, Michael Kappeler/dpa, Photothek via Getty Images

Hinter vorgehaltener Hand wird sogar SPD-Bundeschef Klingbeil als der für Merz gefährlichste – da unkalkulierbarste – Gegner bezeichnet. Pistorius gilt als berechenbarer, auch wenn seine hohe Beliebtheit (Platz 1 im INSA-Ranking) für den manchmal sperrigen Merz durchaus bedrohlich ist.

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