Gerücht um erste Bundespräsidentin: Frauen-Duell um Steinmeiers Nachfolge? | Politik

16.07.2024 - Salı 16:58

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Für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (68) ist die Sache klar.

Er will nach BILD-Informationen seine zweite Amtszeit in Schloss Bellevue voll ausfüllen (endet am 18. März 2027).

Frank-Walter Steinmeier ist noch bis 2027 gewählt, aber die Nachfolge-Debatte läuft schon

Frank-Walter Steinmeier ist noch bis 2027 gewählt, aber die Nachfolge-Debatte läuft schon

Foto: Michael Taeger/Jan Huebner

Doch schon jetzt dreht sich hinter den Kulissen bei den Parteien das Personal-Karussell. Grund: Das Amt des Bundespräsidenten gehört in den Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl genauso wie die Ministerposten zur Verteilmasse.

„Welche Partei den Präsidentensessel bekommt, das muss im Koalitionsvertrag stehen“, sagt einer, der das Dokument nächstes Jahr an führender Stelle verhandeln will.

Nach BILD-Informationen überlegen die Sozialdemokraten, das höchste Staatsamt mit einer ungewöhnlichen Kandidatin zu verteidigen, die frisch und überraschend daherkommt.

Schriftstellerin, Richterin – und Genossin: Juli Zeh

Schriftstellerin, Richterin – und Genossin: Juli Zeh

Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Es ist die Bestseller-Autorin und Juristin Juli Zeh (50), die Bundeskanzler Olaf Scholz (66, SPD) aus Potsdam kennt.

Zeh ist 2017 in die SPD eingetreten, sitzt auf Vorschlag ihrer Genossen als ehrenamtliche Richterin im Landesverfassungsgericht von Brandenburg. Eine BILD-Anfrage ließ sie zunächst unbeantwortet.

Zeh schrieb unter anderem den erfolgreichen Roman „Unterleuten“. Das Buch handelt von aufs Land gezogenen Berlinern, die in ihrer Idylle das Aufstellen von Windrädern verhindern wollen. Zeh gilt als scharfe Beobachterin unserer Zeit. Ihr Vater war der langjährige Bundestagsdirektor Wolfgang Zeh. In ihren Ausweisen und im Gericht heißt sie Finck – denn Zeh (verheiratet, zwei Kinder) hat den Namen ihres Mannes angenommen. Nur als Schriftstellerin trägt sie noch ihren Geburtsnamen.

Malu Dreyer (63), langjährige SPD-Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, deren Wort in der Partei bis heute Gewicht hat, hatte bereits im März angemahnt: „Es wäre gut, wenn sich die demokratischen Parteien auf eine qualifizierte Frau als Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten einigten.“

Aber: Auch die Union hat eine mögliche Top-Kandidatin. Es ist Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU)! BILD erfuhr: Selbst im Schloss Bellevue kursiert ihr Name schon.

Ein Prosit: Ilse Aigner (CSU, l.) und Markus Söder (CSU, r.) beim Starkbier-Anstich auf dem Nockherberg

Ein Prosit: Ilse Aigner (CSU, l.) und Markus Söder (CSU, r.) beim Starkbier-Anstich auf dem Nockherberg

Foto: Sven Hoppe/dpa

Aigner bringt mit 59 Jahren und Jahrzehnten in der Spitzenpolitik (u. a. Bundeslandwirtschaftsministerin) aus Sicht von CSU-Strategen das passende Alter und die erforderliche Professionalität mit. Als Chefin des wichtigsten CSU-Bezirksverbands Oberbayern gilt sie eigentlich als geeignete Nachfolgerin für Landesvater Markus Söder, falls der als Regierungschef nach Berlin ginge. ABER: CDU-Chef Friedrich Merz will offenbar selbst Kanzlerkandidat werden, Söder müsste dann wohl auf seinem Posten bleiben.

Aigner selbst sagt zu BILD: „Die Nachfolgefrage Bundespräsident steht jetzt wirklich nicht an. Ich beteilige mich auch grundsätzlich nicht an solchen Spekulationen – aus Respekt vor dem höchsten deutschen Amt und aus Respekt vor dem Amtsinhaber, den ich sehr schätze.“

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