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Wiesbaden – Mackie Messer statt die Leiden des jungen Werthers. Statt Bücher bringen immer mehr Schüler Messer mit in die Schule.
15 bewaffnete Gewalttaten in Klassenräumen und Pausenhöfen gab es im vergangenen Jahr allein in Hessen – mit verletzten Schülern und Polizisten. Jetzt will Kultusminister Armin Schwarz (CDU) an allen Schulen ein Messer- und Waffenverbot einführen.
Bisher regeln – wie in den meisten Bundesländern – die Schulen selbst, ob ein Messer- und Waffenverbot in der eigenen Schulordnung steht. Heißt: Viele Schulen haben es gar nicht drinstehen.
▶ Deshalb will Hessen jetzt ein landeseinheitliches Messerverbot. Es wird bundesweit wegweisend sein und soll auch in einer der nächsten Bildungsministerkonferenzen als Vorbild vorgestellt werden.
Hessens Kultusminister Armin Schwarz (57, CDU) führt nächstes Schuljahr bereits ein Handy-Verbot an allen hessischen Schulen ein. Das Messerverbot soll jetzt so schnell wie möglich beschlossen werden
▶ Dafür wird das Schulgesetz geändert und um das Verbot ergänzt. Verboten werden: Messer, Stahlruten, Totschläger, Schlagringe, Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen, Hieb- und Stoßwaffen, Soft-Air-Waffen, Munition, Feuerwerkskörper, gefährliche Chemikalien.
Die Mitnahme gängiger Tierabwehrsprays zur Notwehr für Mädchen und Frauen soll weiterhin möglich sein, um sich vor Übergriffen auf dem Schulweg schützen zu können.
Kultusminister Schwarz zu BILD: „Für ein landesweit einheitliches Verbot werde ich umgehend Gespräche in der Landesregierung und mit den Regierungsfraktionen führen, damit wir schnellstmöglich zum neuen Schuljahr in Hessen eine klare Regelung hinbekommen.“
Bei Messerverbot werden Schüler von Polizei kontrolliert
▶ Das bringt es: Wenn in den Schulen ein Messer- und Waffenverbot besteht, können wie in Waffenverbotszonen Kontrollen durchgeführt werden. Das Kultusministerium plant deshalb, dass bei Verdachtsfällen sofort mithilfe der Polizei einzelne Schüler, Gruppen oder ganze Klassen überprüft werden.
▶ Auch werden bei einem Messer- und Waffenverbot die Straßen für messertragende Schüler drastischer. Bisher gibt es nur Strafen nach Paragraf 82 des Hessischen Schulgesetzes bei Messer-Vorfällen: Tage- bis wochenweise Suspendierung vom Unterricht bis Schulverweis.
Gilt jedoch ein landesweites Messer- und Waffenverbot, könnte es bis zu 10 000 Euro Strafe geben. Vorbild könnte hierzu die
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