Indien will Olympia 2036: In BILD spricht die OK-Chefin exklusiv | Sport

07.12.2025 - Pazar 01:49

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Die Konkurrenz wird riesengroß...

Deutschland hofft stark auf die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2036. Als Favorit gilt München, auch die Bürger haben offenbar Lust darauf. Bei einem Bürgerentscheid im Oktober 2025 stimmten 66,4% für die Pläne der Stadt München. (Bild berichtete).

Aber: Im Rennen um die Austragung der Spiele hat Deutschland starke Konkurrenz. Neben Katar, mit der Hauptstadt Doha, bewirbt sich auch Indien um die Austragung der Spiele. BILD spricht mit der Chefin des Indischen-Olympischen-Komitees P.T. Usha (61).

Die ehemalige Spitzen-Sprinterin P.T. Usha (61) ist Chefin das Indischen-Olympischen-Komitees und will die Sommerspiele 2036 in ihr Heimatland holen

Die ehemalige Spitzen-Sprinterin P.T. Usha (61) ist Chefin das Indischen-Olympischen-Komitees und will die Sommerspiele 2036 in ihr Heimatland holen

Foto: picture alliance / NurPhoto<!-->

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P.T. Usha wurde als Leichtathletin weltbekannt. Als Sprinterin gewann sie vier Mal die Asienmeisterschaft, belegte zudem bei den Sommerspielen 1984 in Los Angeles den vierten Platz über 400 Meter Hürden. In ihrer Zeit als aktive Sprinterin wurde sie von ihren Fans „Payyoli Express“ oder auch „Golden Girl“ genannt.

Die ehemalige Spitzensportlerin verrät exklusiv im Interview, wie der asiatische Riese den Zuschlag bekommen – und damit Deutschland die Spiele vor Nase wegschnappen will.

Sie kann kaum noch Treppen steigen: Sprint-Olympiasiegerin postet Schock-Video!

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[-->Quelle: BILD/Instagram: @themarionjones14.11.2025

BILD: Sie sind die erste Frau an der Spitze des Indischen Olympischen Komitees. Als ehemalige Spitzensprinterin, bekannt als „Payyoli Express“, haben Sie Geschichte geschrieben. Wie beeinflussen Ihre sportlichen Erfahrungen Ihre Vision für 2036?

P.T. Usha: Meine eigene Laufbahn – geprägt von Disziplin, Ausdauer und dem unermüdlichen Streben nach Spitzenleistung – prägt unsere Vision für 2036 stark. Die Olympischen Spiele haben mein Leben verändert. Als ich 1984 zu den Spielen in Los Angeles kam, hatte ich bereits auf hohem Niveau trainiert, aber dort habe ich mein wahres Potenzial entdeckt. Indiens olympischer Ehrgeiz folgt derselben Idee: Potenzial freisetzen. Indien steht für enormes ungenutztes Potenzial – und verbindet die Olympische Bewegung mit 1,4 Milliarden Menschen. Wenn die Spiele nach Indien kommen, würde das nicht nur für das Land, sondern auch für die gesamte Olympische Bewegung neue Möglichkeiten eröffnen.

[-->BILD: Warum ist 2036 der richtige Zeitpunkt für Ihr Heimatland, und welche drei Kennzahlen zeigen Indiens Bereitschaft für die Olympischen Spiele?

P.T. Usha: Heute herrscht in Indien etwas Seltenes: Einigkeit. Regierung, Sportler, Verbände, Wirtschaft und Bevölkerung – alle ziehen an einem Strang. Diesen Moment müssen wir nutzen. Mit elf Jahren Vorbereitung und großen nationalen Reformen haben wir genug Zeit und die richtigen Grundlagen. Indien ist die am schnellsten wachsende Demokratie der Welt und steht kurz davor, die drittgrößte Volkswirtschaft zu werden – also ist jetzt der perfekte Zeitpunkt. Drei Zahlen zeigen unsere Bereitschaft: 600 Millionen Inder sind unter 25 – ein riesiges junges Publikum und Talentpotenzial. Eine Sportindustrie von 52 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025, die jährlich um 10–12 % wächst. Ein voller Kalender internationaler Großereignisse und die große Vorfreude auf die Commonwealth Games 2030. All das macht uns zu einem starken und verlässlichen Partner für 2036.

Das Narendra-Modi-Stadion in Ahmedabad ist das größte Stadion der Welt. Hier sollen 2036 Eröffnungsfeier und Leichtathletik stattfinden

Das Narendra-Modi-Stadion in Ahmedabad ist das größte Stadion der Welt. Hier sollen 2036 Eröffnungsfeier und Leichtathletik stattfinden

Foto: Getty Images<!-->

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BILD: Welche Stadt oder Region repräsentiert am besten Indiens Vielfalt, Technik und Organisation – und warum?

P.T. Usha: Derzeit konzentrieren sich unsere Pläne auf Amdavad (Ahmedabad) im Bundesstaat Gujarat – eine Stadt, die sich schnell zu einem internationalen Sportzentrum entwickelt und Indiens „Sportstadt“ werden will. Das Narendra-Modi-Stadion – eines der größten der Welt (132.000 Plätze; d. Red.) – beweist die Leistungsfähigkeit der Region. Hier treffen moderne Infrastruktur, Nachhaltigkeit und kulturelles Erbe zusammen. Mit ihrer Erfahrung in der Austragung großer Events ist sie ein idealer Austragungsort.

BILD: Nachwuchsarbeit: Wie fördern Sie junge Talente, damit 2036 auch sportlich ein Höhepunkt für Indien wird?

P.T. Usha: Mit 600 Millionen jungen Menschen hat Indien eines der größten Talentpotenziale der Welt. Durch Khelo Bharat Niti und Khelo India erweitern wir die Sportförderung im ganzen Land. Unser Ziel ist klar: Bis 2036 wollen wir unter die Top 10 im Medaillenspiegel, bis 2047 – dem 100. Jahr unserer Unabhängigkeit – unter die Top 5. Ein ehrgeiziges Ziel, aber Ehrgeiz treibt Sportler an.

Mit vier gewonnen Goldmedaillen war der französische Schwimmer Leon Marchand (22) der erfolgreichste Athlet der vergangenen Sommerspiele. Seine Nation landete im Medaillenspiegel auf Rang 5

Mit vier gewonnen Goldmedaillen war der französische Schwimmer Leon Marchand (22) der erfolgreichste Athlet der vergangenen Sommerspiele. Seine Nation landete im Medaillenspiegel auf Rang 5

Foto: SEBASTIEN BOZON/AFP<!-->

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BILD: Technik-Nation Indien: Welche Rolle spielen Daten, KI und Fan-Erlebnisse (Ticketing, AR/VR) für 2036?

P.T. Usha: Als führende Technologienation wird Indien modernste Technik in alle Bereiche der Spiele einbinden. KI und Datenanalyse werden Leistung, Organisation und Sicherheit verbessern. Das Innovationstempo – besonders bei Virtual und Augmented Reality und immersiven Fan-Erlebnissen – steigt rasant. Bis 2036 werden diese Technologien die Art, Sport zu erleben, völlig verändern – und Indien will dabei ganz vorne sein.

BILD: Könnten es sogar die ersten „KI-Spiele“ werden, angesichts der rasanten Entwicklung und Indiens Vorreiterrolle?

P.T. Usha: Sehr gut möglich. Indiens führende Rolle in der KI-Entwicklung macht das Konzept der „KI-Spiele“ realistisch. Künstliche Intelligenz könnte alles optimieren – vom Verkehr über Sicherheit bis hin zu individuellen Fan-Erlebnissen und Leistungsanalysen. Wenn Indien die Spiele austrägt, möchten wir eng mit dem IOC zusammenarbeiten, um dieses Potenzial voll zu nutzen.

BILD: Vermächtnis: Was wird 2040 von den Spielen bleiben – und welcher Moment würde Ihnen zeigen, dass es sich gelohnt hat?

P.T. Usha: Bis 2040 wollen wir ein dauerhaftes, leistungsfähiges Sportsystem aufgebaut haben, das Indien regelmäßig zu den Top 10 der Olympischen Nationen zählen lässt. Wir erwarten eine sportlich aktivere Bevölkerung, Millionen neue Arbeitsplätze und junge Menschen, die Sport als echte Karriere sehen. Für mich persönlich wäre der schönste Moment, wenn eine junge Athletin oder ein junger Athlet aus einem kleinen Dorf auf dem olympischen Podium steht – und weiß, dass der Traum von den Spielen in Indien sie dazu inspiriert hat. Dann hat sich alles gelohnt.

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