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James Talarico: „Wir werden Texas zurückerobern“ – Trumps neuer Gegner | Politik

James Talarico: „Wir werden Texas zurückerobern“ – Trumps neuer Gegner | Politik
Okundu
01 Kasım 2026 - 1:32

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Houston (Texas) – Jagt dieser Demokrat US-Präsident Donald Trump (80) einen Schrecken ein? Vor einem Menschenmeer in Halloween-Kostümen steht der Ex-Lehrer, Lokalpolitiker und angehende presbyterianische Pastor James Talarico auf der Bühne des Bayou Music Center in Houston: „In diesem Moment geben wir alles – wir sind die Außenseiter“, ruft er den 2500 Anhängern unter brausendem Jubel zu. Besonders laut wird der Applaus, als er den Ausverkauf von Texas an Tech-Milliardäre beklagt, denen der Staat beim Bau von KI-Rechenzentren hilft. „Texas ist unser Staat, wir werden ihn zurückerobern“, verspricht er. Viele sehen in ihm schon einen neuen Kennedy.

Der 37-Jährige mit sanfter (inzwischen heiserer) Stimme, Kirchenchorgesicht und adretter Kleidung (gestärktes weißes Hemd, Jacke, Jeans, Cowboystiefel) will in dem sonst erzkonservativen Texas die größte Polit-Sensation seit 33 Jahren schaffen: als erster Demokrat für den Bundesstaat in den US-Senat einziehen!

Demokraten-Anhänger jubeln im Saal, schießen Fotos

Foto: Tobias Everke

Demokraten wittern einmalige Chance

Oft wurden die Demokraten bei ähnlicher Aufbruchstimmung bitter enttäuscht – jetzt sehen sie beste Chancen: Der Präsident ist historisch unpopulär, weshalb auch viele seiner Anhänger den US-Zwischenwahlen am Dienstag („Midterms“) fernbleiben könnten.

Talarico trifft zudem mit Ken Paxton (63) auf einen von Korruptionsskandalen und Frauenaffären geschwächten Rivalen, den selbst Trump wegen seines Aussehens und seiner schlechten Anzüge verspottet. Hinzu kommt: Besonders die Latino-Gemeinde (32 Prozent der Wahlberechtigten) wendet sich wegen der brutalen ICE-Abschiebungen ab.

Der republikanische US-Senatskandidat Ken Paxton (63) stand bei einer Wahlkampfveranstaltung in Lubbock (Texas) neben US-Präsident Donald Trump (80)

Foto: Kaylee Greenlee/REUTERS

Trump-Beschimpfung wird zum Eigentor

Talarico führt einen intensiven, weitgehend fehlerfreien Wahlkampf. Per Bus tingelt er auch durch die Provinz, beraten von einem eingeschworenen Team meist junger Berater. Seine Gegner nutzen frühere „woke“ Ansichten für TV-Angriffsspots, besonders seine Aussage, Gott sei geschlechtsneutral. Trump will ihn als „ultraliberalen Halb-Irren“ abstempeln, verulkt ihn als „TalaFREAKo“, einen „Freak“. Doch das schweißt seine Anhänger nur noch enger zusammen: Viele Fans tragen trotzig T-Shirts mit der Aufschrift „I am a Talafreako“.

Talarico-Anhänger stellten sich in Halloween-Kostümen vor einer Konzerthalle in Houston an: Es herrscht Aufbruchstimmung bei den Demokraten

Foto: Tobias Everke

Bush-Familie hilft Demokraten

Zum Top-Gegner wurde auch Elon Musk (55): Der Tech-Titan und Trump-Vertraute pumpte 160 Millionen Dollar in den Wahlkampf. Mit Gesamtausgaben beider Parteien von bisher 1,5 Milliarden Dollar wäre es die teuerste Zwischenwahl-Schlacht in einem US-Bundesstaat überhaupt.

Trotzdem wirkt Texas für die Demokraten sturmreif. Das zeigt auch die Abkehr der hier hoch angesehenen Bush-Familie von den Trump-Republikanern: Neil Bush (71), Bruder von George W. Bush (80), stimmte für Talarico. Die Tochter des Ex-Präsidenten, Barbara Bush (44), unterstützte ihn indirekt mit einer Spende von 2500 Dollar für die Wahlkampfkasse.

Zuerst Texas, dann Kampf ums Weiße Haus

Britney Hendrickson gefällt Talaricos Gabe, politische Brücken zu schlagen. Die Rechtsassistentin ist überzeugt, dass es nach so vielen Anläufen diesmal mit dem Texas-Wunder klappen könnte: „Die Republikaner dominieren hier schon so lange, dass sie sich zu sicher fühlen – jetzt brennt der Hut!“

Britney Hendrickson bewundert, dass der Demokrat James Talarico (37) politische Brücken baut: „Wir haben auf diesen Moment gewartet“

Foto: Tobias Everke

Stephanie Hernandez (27), eine Marketing-Managerin aus Houston, besuchte den Wahlkampf-Auftritt mit ihrem Hund

Foto: Tobias Everke

Besonders bei Jungwählern punktet Talarico mit seiner Persönlichkeit und Ehrlichkeit, findet Stephanie Hernandez (27). Gerade die Generation Z könne gut unterscheiden, „ob jemand falsch oder aufrichtig ist“, sagt die Marketing-Managerin. In den nächsten Tagen wird noch einmal alles in die Schlacht geworfen – doch der Blick geht bereits weiter: Könnte Talarico, falls er gewählt wird, 2028 sogar für das Weiße Haus kandidieren?

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