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Berlin – Die Bundeswehr soll zur stärksten Armee Europas werden. Doch wird das ohne eine neue Wehrpflicht gehen? Bei dieser Frage kommt es auch auf den Kanzler an – und Friedrich Merz (69, CDU) ist der erste Bundeskanzler überhaupt, der seinen Wehrdienst bei der Bundeswehr geleistet hat. Mit guten Erinnerungen, wie er BILD sagt.
Ausgebildet wurde Merz in den Jahren 1975 und 1976, in einer Zeit, als die Wehrpflicht in der alten Bundesrepublik noch selbstverständlich war. Auch heute als Kanzler gilt für ihn: Eine starke Bundeswehr ist wichtig, um die Idee der Abschreckung wiederzubeleben. Nur wer stark ist, kann einen Krieg verhindern. Merz hat aber auch Sorge, dass die tatsächliche Bedrohung von der Öffentlichkeit unterschätzt wird.
Merz: „Die Kameradschaft war groß“
Über seine Dienstzeit sagt Merz zu BILD: „Ich habe gute Erinnerungen an meine Zeit bei der Bundeswehr. Die Kameradschaft war groß, die Gemeinschaft hat uns zusammengeschweißt. Wir hatten das gute Gefühl, unseren Beitrag in einem großen Räderwerk zu leisten. Und das hat uns Sicherheit gegeben.“
Nach Angaben eines Regierungssprechers leistete Merz seinen Wehrdienst vom 1. Juli 1975 bis zum 30. September 1976 an den Bundeswehr-Standorten Clausthal-Zellerfeld (Niedersachsen), Warendorf (NRW), Kusel (Rheinland-Pfalz) sowie Dülmen (NRW).
Weil er zu groß war für die Panzertruppe, wurde er als Panzer-Artillerist ausgebildet, bediente dabei unter anderem die Feldhaubitze 190, später die Panzerhaubitze M 109. Sein letzter Dienstgrad: Fahnenjunker.
„Gemustert wurde ich mit der Tauglichkeitsstufe 2. Die größte Herausforderung war das scharfe Nachtschießen mit der großen Panzerartillerie-Haubitze“, erzählte Merz einst dem „Spiegel“. In der Grundausbildung machte er – wie damals viele Wehrpflichtige – seinen Lkw-Führerschein. Dabei habe es auch lustige Begebenheiten gegeben – etwa, als sein liegengebliebener Lastwagen von einem Leopard-Panzer abgeschleppt werden musste, der ausgerechnet von einem ehemaligen Klassenkameraden gesteuert wurde.
Merz bei seinem Besuch der Artillerieschule in Idar-Oberstein im Oktober 2024
Bis heute lässt Merz an seiner Unterstützung für die Truppe keinen Zweifel. Schon im Wahlkampf besuchte er seine ehemalige Artillerie-Einheit, schrieb anschließend bei Facebook: „Der Besuch heute bei der Artillerieschule in Idar-Oberstein fühlt sich ein bisschen wie nach Hause kommen an. Vor fast 50 Jahren war ich hier auf dem Fahnenjunker-Lehrgang in Kusel. Es ist beeindruckend, was die Soldaten heute hier leisten. Unsere Aufgabe in der Politik: die Bundeswehr richtig ausstatten.“
Genau darum geht es jetzt für ihn als Kanzler.
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