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Berlin – Abends brennt noch Licht in der Wohnung. Der Fernseher läuft, das Handy liegt griffbereit. Und trotzdem fehlt etwas: ein Gespräch, ein Besuch, echte Nähe. Für immer mehr Menschen in Deutschland ist Einsamkeit Alltag. Genau davor warnen jetzt die Kommunen. Sie schlagen Alarm und fordern von der Politik einen bundesweiten „Fonds gegen Einsamkeit“. 500 Millionen Euro sollen helfen, das stille Problem vor Ort anzugehen.
„Der Einsatz gegen Einsamkeit darf nicht am Geld scheitern“, sagt André Berghegger (53), Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds. Ehrenamt könne viel leisten, „aber nicht jede Lücke füllen“. Nach Bergheggers Worten braucht es ein starkes Programm von Bund und Ländern. Der Fonds soll für diese Legislatur mit 500 Millionen Euro ausgestattet werden – finanziert über EU-Gelder, Restmittel im Haushalt oder Umschichtungen in den Etats.
Mit dem Geld sollen vor allem „niedrigschwellige, dauerhafte und verlässliche Angebote“ ausgebaut werden, offen für alle Altersgruppen, sagt er den Funke-Zeitungen. Genannt werden Bibliotheken, Volkshochschulen und andere lokale Einrichtungen, die Begegnung ermöglichen.
„Kommunen sind die Orte, an denen Einsamkeit zuerst bemerkbar wird – und zugleich kann dort am wirksamsten gegensteuert werden“, sagt Berghegger. Das Phänomen sei nicht neu, nehme aber spürbar zu.
Als Gründe nennt er die wachsende „Flucht ins Digitale“, die schwierige wirtschaftliche Lage und globale Entwicklungen, die viele Menschen verunsichern.
Gefahr für den Zusammenhalt
Einsamkeit treffe längst Jung und Alt gleichermaßen, warnt Berghegger. Das könne gesellschaftliche Entfremdung fördern und Radikalisierung begünstigen. „Dem müssen wir gesamtgesellschaftlich mit funktionierenden sozialen Bindungen und lebendigen Gemeinschaften begegnen“, fordert er.
Auch Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (69, Linke) forderte mehr Orte der gesellschaftlichen Begegnung. Gerade in der digitalisierten Welt zähle vor allem Individualisierung – dabei gebe es nach wie vor eine große Sehnsucht nach Gemeinsamkeit, sagte er dem Portal Web.de. Die digitale Welt täusche darüber hinweg, „dass die innere Leere und Einsamkeit gefüllt wird durch bunte Bilder“.
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Apsny News


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