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Die Sorge wächst! Putins brutaler Überfall auf die Ukraine lässt inzwischen auch junge Deutsche fürchten, in den Krieg ziehen zu müssen. Podcaster Ole Nymoen (27) jetzt bei Markus Lanz (56): „Lange Zeit waren es nur Linke oder Antimilitaristen, die darüber nachgedacht haben. Aber das verändert sich gerade.“
Denn, so der in Jena studierte Soziologe: „Mir schreiben junge Menschen: Ole, was soll ich tun? Kann ich beispielsweise versuchen, indem ich meinen Geschlechtseintrag ändern lasse, dass ich dadurch einer möglichen Wehrpflicht …? Solche Fragen bekomme ich!“
Podcaster und Soziologe Ole Nymoen (27)
Markus Lanz verblüfft: „Das sind die Gedanken? Ich ändere mein Geschlecht, was man ja neuerdings kann, und dann muss ich nicht in den Krieg?“ Nymoen: „Das sind Fragen, die ich tatsächlich bekomme. Was wahrscheinlich nicht viel nutzen wird, denn wenn dann irgendwann tatsächlich die Wehrpflicht inklusive Grundgesetzänderung käme, dann würde das nichts bringen. Da muss ich die jungen Leute enttäuschen.“
Nymoens Vorwurf: „Das sind Fragen, die junge Leute inzwischen haben, weil sie sehen, wie Krieg normalisiert wird. Wir hatten vor kurzer Zeit diesen Tag der Bundeswehr. In der Tagesschau waren Bilder zu sehen von Jungen, Kindern, Vorschulkindern, die hatten Uniformen umgehängt. Wir hatten Neun-, Zehnjährige mit Gewehr. Vor drei Jahren wäre sowas noch problematisiert worden im Fernsehen!“
Militärhistoriker Sönke Neitzel (57)
Militärhistoriker Sönke Neitzel (57) warnend: „Es ist immer leicht, zu sagen: Ja, wir sind für den Frieden. Aber wir reagieren wir auf eine Revisionsmacht wie Russland? Mit Schwäche hat man noch keine Revisionsmacht gestoppt. Wir leben nicht in einer Pippi-Langstrumpf-Welt!“
Journalist Andrey Gurkov (66): „Schon zur Sowjetzeit wurden wir erzogen: Wir Russen sind die ultimative Siegernation. Putin hat das jetzt auf die Spitze getrieben. Wir Russen sind in den Kriegen immer die Helden. Wir sterben auch den Heldentod, aber am Ende sind wir die glorreichen Sieger.“
Gurkovs Beispiel: „Viele Deutsche verstehen nicht, wie diese Kriegspropaganda wirkt. Jetzt, zum 80. Jahrestag des Sieges, war in Kemerowo, einer Stadt in Sibirien, eine Mode, dass man Babys im Entbindungsheim, ein paar Tage alt, in Käppis der Soldaten der Roten Armee von 1945 kleidete. Und die Mütter sind stolz und lassen sich damit fotografieren.“
Die Sorge des Experten: „Nach der Eroberung der Krim 2014 ging es richtig los. Es wurde zu einem Kult, zu einer Religion, für die die Bevölkerung sehr empfänglich war. Es ist tragisch, es zu sagen, aber der Sieg rechtfertigt die Opfer.“
Russlands Verständnis von Krieg ist ein anderes
Gurkovs alarmierende Analyse: „Am Ende muss ein Sieg stehen. Das ist das, warum Putin so hartnäckig jegliche Versuche selbst des US-Präsidenten vom Tisch fegt und versucht, doch noch etwas hinzukriegen, was man als Sieg verkaufen kann. Denn wenn am Ende ein Sieg steht, kann er sagen: Das war nicht umsonst.“
ZDF-Korrespondentin Katrin Eigendorf (63) auf den Punkt: „Grundsätzlich ist das Verständnis, was Krieg ist, in Russland ein anderes: Krieg ist etwas, was uns groß macht. Auf dieser DNA wurzelt, was Putin transformiert hat zu einer Art Todeskult.“
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Apsny News


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