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Langsam fahren gegen Lärm?
Hamburgs Senat bremst die Stadt nachts an vielen Stellen auf Tempo 30 herunter. Grund sei die Lärmbelästigung durch den Verkehr für die Anwohner, behauptet der grüne Umweltsenator Jens Kerstan (58).
An 41 überwiegend mehrspurigen Hauptverkehrsstraßen wird die Geschwindigkeits-Reduzierung eingeführt, zu großen Teilen noch in diesem Jahr. Insgesamt seien in Hamburg nachts 215 000 Menschen Lautstärken von über 55 Dezibel durch den Straßenverkehr ausgesetzt, so die Umweltbehörde. Tagsüber seien es 184 500 Menschen, der Grenzwert liegt hier bei 65 Dezibel.
Kerstan: „In Hamburg gibt es Lärmprobleme, die wir nicht überhören können und dürfen und deren Hauptverursacher der Kfz-Verkehr ist. Gerade in der Nacht gehen Lärmwirkungsforscher davon aus, dass, wenn ein Grenzwert von 55 Dezibel überschritten wird, eigentlich ein ruhiger für die Erholung des Körpers, des Geistes und der Seele notwendiger Schlaf nicht mehr stattfinden kann.“
Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (58, Grüne)
Kritik kommt von der CDU. Fraktions-Umweltexperte Stephan Gamm: „SPD und Grüne erreichen die Einführung von Tempo 30 in der ganzen Stadt durch die Hintertür. Klar ist, die Hamburger müssen vor Lärm geschützt werden, doch die Maßnahmen sind so nicht zielführend. Gerade Hamburg als Handelsstadt ist auf leistungsfähige Hauptverkehrsstraßen angewiesen.“
Wer legt die Grenzwerte fest?
Hamburg hat auf Basis von Messungen und Lärm-Kartierungen Lärmaktionspläne aufgestellt, die Rechtsgrundlage sind die europäische Umgebungslärm-Richtlinie und das nationale Bundesimmissionsschutzrecht.
Neben den neuen Tempo-30-Abschnitten erhöht Kerstan auch die Zahl der sogenannten „Ruhigen Gebiete“ von 15 auf 17. Das werden die Friedhöfe Hinschenfelde und Tonndorf und der Jenfelder Moorpark. In diesen mindestens 50 Hektar großen Gebieten darf nichts geplant werden, was eine Lärmbelastung zur Folge hätte.
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