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Es sind schwere Vorwürfe, die gegen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (61, SPD) im Raum stehen. Sein Ministerium soll das Robert-Koch-Institut (RKI) im Frühjahr 2022 angewiesen haben, die Corona-Risikobewertung nicht zu senken. Und das, obwohl die Wissenschaftler dies tun wollten.
Bundestagsvizepräsident und FDP-Vize Wolfgang Kubicki (72) forderte bereits den Rücktritt des Gesundheitsministers. Virologe Hendrik Streeck (47) mahnt, es brauche schnelle und umfassende Aufklärung, wenn Lauterbach im Amt bleiben wolle.
▶︎ BILD hat beim Ministerium ganz konkret nachgefragt: Haben Lauterbach oder sein Ministerium das RKI angewiesen, die Risikobewertung nicht zu senken? Und wollte das RKI die Risikobewertung senken, durfte es aber nicht aufgrund von Lauterbach-Anweisungen?
Von der Beantwortung dieser Fragen hängt ab, ob Kubickis und Streecks Vorwürfe zutreffen. Ob Lauterbach tatsächlich verhinderte, dass die RKI-Forscher Corona-Entwarnung geben konnten.
Ein Ministeriumssprecher verweist lediglich auf eine Lauterbach-Äußerung vom vergangenen Freitag. Da hatte der Gesundheitsminister erklärt: „Das RKI hat während der Pandemie Empfehlungen abgegeben. Die politische Verantwortung liegt aber beim Ministerium.“ Und: Trotz der insgesamt vorsichtigen Strategie seien allein im Jahr 2022 in Deutschland noch mehr als 50 000 Menschen an Corona gestorben. „Die Maßnahmen waren damit mehr als begründet.“
Heißt: Ob Lauterbach das RKI anwies, die Risikobewertung entgegen wissenschaftlicher Erkenntnisse hochzuhalten, will Lauterbach nicht sagen.
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