Litauen reagiert auf Russen-Bedrohung: Drohnen-Training für Kinder! | Politik

30.11.2025 - Pazar 17:19

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Kurz vor 15 Uhr an der „Neries“-Schule in Jonava, einer Kleinstadt, anderthalb Autostunden entfernt von Litauens Hauptstadt Vilnius. Trister Sowjetbau, zweiter Stock, Raum 204. „Dronų klasė“ steht an der Tür – „Drohnenklasse“. Hinter der Tür wappnet Litauen seine Kinder für die Zukunft – auch die düstere.

Seit zwei Monaten gibt es im Land die Drohnenkurse für Klein und Groß – angeleiert vom Verteidigungsministerium. Bis 2028 sollen 22.500 Litauer drohnenfit werden. Allein 7000 Kinder. „Es geht darum, militärische Verteidigungsfähigkeiten aufzubauen“, erklärte Vize-Verteidigungsminister Tomas Godliauskas (45). Schließlich sind Russland und Belarus nicht weit entfernt.

Raum 204: Ein schmuckloses Klassenzimmer, das Licht grell. In der Mitte stehen zusammengeschobene Tische, darauf Laptops mit Controllern. Der 14-jährige Simas kommt rein, packt sofort eine Drohne aus. „Die habe ich selbst gebaut“, sagt er. Simas ist heute der älteste; vier weitere Jungen kommen dazu, der jüngste ist 11.

Am Computer wärmen sich die Kinder auf

Am Computer wärmen sich die Kinder auf

Foto: Christian Spreitz/BILD<!-->

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Vitalij Gulbickij (41) ist ihr Lehrer. Ein freundlicher, ruhiger Mann. „Ich bringe den Kindern bei, wie Drohnen funktionieren, wie man sie am 3D-Drucker herstellt und fliegt“, sagt er. Es gehe darum, verschiedene Fertigkeiten zu trainieren. „Damit können sie später zum Beispiel in Ingenieurberufen arbeiten – oder auch zum Militär.“

Vitalij Glubickij ist der Lehrer, studierte Pädagogik und Biologie. Doch er hatte immer schon eine Leidenschaft fürs Modellfliegen

Vitalij Gulbickij ist der Lehrer, studierte Pädagogik und Biologie. Doch er hatte immer schon eine Leidenschaft fürs Modellfliegen

Foto: Christian Spreitz/BILD<!-->

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50 Kinder unterrichtet Gulbickij in verschiedenen Drohnenklassen an der Schule. Die Teilnahme ist freiwillig, kostet aber 10 Euro pro Stunde. Dafür wird alles gestellt.

Die Drohnenklasse in Jonava

Simas erklärt BILD-Reporter Julian Loevenich seine selbstgebaute Drohne

Foto: Christian Spreitz/BILD<!-->

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Während Gulbickij von den Vorteilen des Programms erzählt, hocken die Kinder vor den Laptops, steuern mit den Gamepads animierte Drohnen durch virtuelle Welten. „Das ist zum Aufwärmen“, meint Gulbickij. Dann geht es raus auf den Flur. Dort steht ein echter Parcours.

Die kleine Drohne schießt durch den Parcours

Die kleine Drohne schießt durch den Parcours

Foto: Christian Spreitz/BILD<!-->

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Simas setzt die Spezialbrille auf. Er sieht, was der Minikopter sieht, jagt die Drohne unter Hindernissen durch, über Bänke hinweg. Mit chirurgischer Präzision führen seine Fingerspitzen die Steuerknöpfe. Die kleine Drohne saust den Flur entlang. Links, rechts, hoch, runter.

Simas steuert die kleine FPV-Drohne durch den Raum. FPV steht für First-Person-View (dt. Ich-Perspektive). Denn an der Drohne ist eine Kamera, die ein Livebild an Simas Brille sendet. Darin ist ein kleiner Bildschirm eingelassen. So sieht Simas, was die Drohne sieht

Simas steuert die kleine FPV-Drohne durch den Raum. FPV steht für First-Person-View (dt. Ich-Perspektive). Denn an der Drohne ist eine Kamera, die ein Livebild an Simas Brille sendet. Darin ist ein kleiner Bildschirm eingelassen. So sieht Simas, was die Drohne sieht

Foto: Christian Spreitz/BILD<!-->

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Seit zwei Monaten kommt Simas zum Training. Eigentlich wollte ihn eine paramilitärische Nachwuchstruppe als Drohnenpilot – aber dafür müsste er 16 sein. „Deshalb bin ich hierhergekommen“, sagt der Schüler. Er liebt das Gefühl der Kontrolle, die Koordination zwischen Fingern und Augen, das Erkunden verlassener Orte mit der Drohne. An einem Drohnenrennen hat er auch schon teilgenommen.

Ob er sich vorstellen könnte, seine Fähigkeiten später mal im Militär einzusetzen? „Warum nicht?“

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