Markus Söder in Ägypten: Ministerpräsident als Bayern-Pharao | Politik

03.10.2024 - Perşembe 14:56

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Was macht Markus Söder (57, CSU) ausgerechnet am Tag der Deutschen Einheit im Wüstensand Ägyptens? Die sechste Reise des bayerischen Ministerpräsidenten in nur zehn Monaten lässt aufhorchen: Bringt sich Söder etwa zwischen Pyramiden, Palmen und Kamelen als Außenminister-Kandidat für die Zeit nach einem Regierungswechsel ins Spiel? Nein, betont er – es gehe nur um Bayern!

Donnerstag früh, um 7 Uhr, westlich von Kairo. Die ersten Sonnenstrahlen erleuchten die Spitzen der Pyramiden bei Gizeh. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (57, CSU) steht vor ihnen als erster Besucher des Tages – noch vor der offiziellen Öffnung der Weltwunder Besichtigungen.

Markus Söder am Donnerstag morgen, um 7 Uhr vor den Pyramiden von Gizeh. Neben ihm Kamel „Valentino“, auf dem Besucher Ausflüge unternehmen können

Markus Söder mit Kamel „Valentino“, auf dem Besucher Ausflüge unternehmen können

Foto: Sven Hoppe/dpa

Markus Söder am Donnerstagmorgen um 7 Uhr vor den Pyramiden von Gizeh

Markus Söder am Donnerstagmorgen um 7 Uhr vor den Pyramiden von Gizeh

Foto: Sven Hoppe/dpa

Im Amtssitz des Premierministers trägt Söder einen Kopfhörer für die Simultan-Übersetzung seines Gesprächs mit Mustafa Mabduli

Ministerpräsident Söder (l.) spricht in Kairo mit Ägyptens Premierminister Mustafa Mabduli

Foto: Sven Hoppe/dpa

„Beeindruckend, das bei Sonnenaufgang zu sehen“, sagt Söder. Vor Jahrtausenden war das allerdings noch großartiger. Archäologe Dietrich Raue, der in Ägypten deutsche Ausgrabungen leitet, erklärt Söder: „Sie müssen sich die Seiten der Pyramiden weiß, wie Schreibmaschinenpapier vorstellen. Wenn die Sonne darauf schien, konnte man nicht direkt hinsehen, so grell war das Licht.“ Die Pyramiden seien für „Gottkönige“ gebaut worden.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder im Gespräch mit Ägyptens Premierminister Mustafa Mabduli

Nach dem Empfang beim Premierminister traf Ägyptens Außenminister Badr Abdelatty (l.)

Foto: Sven Hoppe/dpa

Söder ist aber nicht in Ägypten, um sich in Bezug auf Herrscherkult fortzubilden. Er hat klare Ziele für seinen Besuch am Nil, zu dem ihn Präsident Abdel Fatah al-Sisi persönlich eingeladen hat, wie etwa die zukünftige Versorgung Bayerns mit Wasserstoff.

Söder steht zwischen der Sphinx und der Cheops-Pyramide in Gizeh

Söder steht zwischen der Sphinx und der Cheops-Pyramide in Gizeh

Foto: Sven Hoppe/dpa

Er sagte auch: „Ägypten ist eines der entscheidenden Länder, die für die Stabilisierung im Nahen Osten wichtig sind. Deshalb wird es nicht nur wirtschaftliche Gespräche, sondern auch hochpolitische Gespräche geben. Insbesondere die aktuelle Situation von Israel und Iran – und wie da die Rolle von Ägypten sein kann, um Stabilität auszuüben.“

Scharfe Kritik an Außenministerin Baerbock

Söder sprach auch Klartext zur internationalen Lage und zur deutschen Rolle: „Wir unterstützen Israel in dieser schweren Zeit. Wir wollen einen Friedensprozess. Es ist aber wichtig, zum Iran Distanz und zu Israel Nähe zu zeigen. Entsprechende Äußerungen aus der deutschen Außenpolitik, die Zweifel haben entstehen lassen, wie das Verhältnis zu Israel ist, haben wir sehr bedauert.“ Deutliche Kritik an Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock (43, Grüne).

Alles zum Wohle Bayerns

Söder hat in den vergangenen zehn Monaten viel Ehrgeiz in der Außenpolitik gezeigt. Seit Dezember hat er Israel, Serbien, Schweden, China und Italien besucht. In Ägypten traf er nun auch den Außenminister. „Er hat mir seine Telefonnummer gegeben. Ich ihm meine.“

Hätte Söder Ambitionen auf einen Posten im Außenministerium? Er wehrt ab: „Ich tue das alles zum Wohle Bayerns.“ Politik im Ausland gehöre seit Franz Josef Strauß zur DNA eines bayerischen Ministerpräsidenten.

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