Merz oder Habeck? Da druckst Angela Merkel herum | Politik

06.02.2025 - Perşembe 18:53

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Friedrich Merz’ stärkste Gegnerin im Bundestagswahlkampf heißt: Angela Merkel. Die Altkanzlerin belässt es nicht bei ihrer – schon ungewöhnlichen – Kritik am Abstimmungsverhalten der CDU im Bundestag.

Sie macht weiter.

Mittwochabend, 19 Uhr, Deutsches Schauspielhaus in Hamburg, 1100 Zuschauer sind bei der Veranstaltung der „Zeit“ dabei – ausverkauft.

Sie spielt bewusst mit dem Publikum, das dankt es ihr

Merkel nutzt den Abend in ihrer Geburtsstadt, um Merz mitten im Wahlkampf zu kritisieren, teils sogar zu verspotten – und sie spielt im Plauderton mit dem Publikum, das jede Spitze gegen den Kanzlerkandidaten der Union dankbar aufnimmt.

► Merkel „opferte“ Merz für eine fiese und offenbar bewusst gesetzte Pointe zugunsten der Grünen. „Robert Habeck oder Friedrich Merz“, stellte Co-Moderator Roman Pletter eine vermeintlich einfache Zuschauer-Frage. Statt „Merz“ zu sagen, druckste sie herum: „Ich bin jetzt CDU-Mitglied. Ich ... ähm ... bin vor allen Dingen überzeugt, dass die CDU, was die Wirtschaft ...“

Johlen und Gelächter im Publikum verschlucken Merkels Worte. Allen ist klar: Das geschieht nicht aus Versehen.

Merkel Mittwochabend mit den „Zeit“-Journalisten Mariam Lau (62) und Roman Pletter (45)

Merkel im Schauspielhaus in Hamburg mit den „Zeit“-Journalisten Mariam Lau (62) und Roman Pletter (45)

Foto: picture alliance/dpa

Zweiter Versuch: „Wenn ich an die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes denke ... ich wollte ... also ... Wenn es heißt ‚Merz oder Habeck‘ dann muss ich sagen Merz!“ Wieder Gelächter. Merkel ringt sich erst nach zwei Anläufen durch, Merz den Vorzug vor dem in weiten Teilen ihrer Partei zum Hauptgegner erklärten Wirtschaftsminister Habeck zu geben.

Moderatorin: „Hat das mit Friedrich Merz zu tun?“

► Auf die Frage, warum sie sich in ihrer Amtszeit nicht als Feministin bezeichnet hat, spricht Merkel über „echte Feministinnen“, die z.B. „gegen Vergewaltigung in der Ehe gekämpft haben“.

„Zeit“-Journalistin Mariam Lau schaltet sofort, fragt: „Ist ihnen das Thema gerade zufällig eingefallen oder hat es mit Friedrich Merz zu tun?“ Hintergrund: Merz hatte 1997 dagegen gestimmt, dass Vergewaltigung in der Ehe strafbar wird.

Merkel druckst wieder etwas herum: „Ich hätte jetzt auch die Debatte um Paragraf 218 (Abtreibung, d. Red.) nennen können oder eben Vergewaltigung in der Ehe. Es hatte mit Friedrich Merz nichts zu tun, sondern mit meiner Zeit als Frauen-Ministerin.“

Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz am selben Abend bei einer Wahlkampf-Veranstaltung in Baden-Württemberg

Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz am selben Abend bei einer Wahlkampf-Veranstaltung in Baden-Württemberg

Foto: IMAGO/Ulmer/Teamfoto

► Zu Beginn hatte die Altkanzlerin ihre Kritik an der Inkaufnahme der AfD-Stimmen bei der Abstimmung über Merz’ 5-Punkte-Paket bekräftigt.

„Es ist meine Partei, auch wenn sie mir manchmal Schmerzen bereitet“

► „Ist das so noch Ihre Partei?“, fragte Moderator Pletter. Merkel, diplomatisch, aber wenig überzeugend: „Es gibt ja immer Unterschiede innerhalb der Parteien, deshalb sind wir auch Volkspartei.“ Und schließlich: „Es ist meine Partei, auch, wenn sie mir manchmal Schmerzen bereitet.“ Die Schmerzen dürften beiderseits vorhanden sein.

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