„Muss sich schämen“ : Lauterbach will Gas-Gerd nicht mehr in der SPD | Politik

30.03.2024 - Cumartesi 14:32

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Klare Kante gegen Putin-Kumpel und Ex-SPD-Kanzler Gerhard Schröder (79, SPD)! Gesundheitsminister Karl Lauterbach (61, SPD) will Schröder nicht mehr in seiner SPD haben. Er wünscht sich den Parteiaustritt des Ex-Kanzlers und Gas-Lobbyisten.

Auf X/Twitter schrieb Lauterbach: „Als ‚Freund‘ Putins sollte er bei uns einfach austreten.“ Grund: Schröders Kumpelei mit Kreml-Kriegstreiber Wladimir Putin (71) – trotz zwei Jahre Angriffskrieg gegen die Ukraine, Millionen Flüchtlingen und abertausenden Toten.

In einem dpa-Interview hatte Schröder zuvor seine Freundschaft mit Putin bekräftigt. Er hielte „es für völlig falsch, alles vergessen zu machen, was es auch an positiven Ereignissen zwischen uns in der Vergangenheit gegeben hat“. Und diente sich nach seiner peinlich gescheiterten Moskau-Reise nach Kriegsbeginn erneut als Verhandler an: „Wir haben über lange Jahre vernünftig zusammengearbeitet. Vielleicht kann das immer noch helfen, eine Verhandlungslösung zu finden, eine andere sehe ich nicht.“

SPD-Minister Lauterbach ist enttäuscht von Schröder und seiner verstörenden Treue zu Kriegsverbrecher Putin: „Ich habe Gerd Schröder einmal sehr geschätzt, er hatte Mut, Reformen anzupacken, auch wenn nicht alles richtig war. Heute muss man sich leider für ihn schämen. Mit der SPD hat das nichts mehr zu tun.“

Gerhard Schröder arbeitet seit 2005 für die Öl- und Gas-Giganten des Kremls (Gazprom, Nord Stream, Rosneft), hielt engen Kontakt zu seinem Arbeitgeber Wladimir Putin. Er bezeichnete zwar den russischen Angriff auf die Ukraine als „fatale Fehlentscheidung“, auf Distanz zu Putin ging er trotzdem nicht.

Eine Aufnahme aus dem Jahr 2004: Im Hamburger Hotel Atlantic überreichte Weinkönigin Petra Zimmermann (r.) Russlands Präsident Wladimir Putin unter dem Applaus von Kanzler Schröder Weinspezialitäten

Eine Aufnahme aus dem Jahr 2004: Im Hamburger Hotel Atlantic überreichte Weinkönigin Petra Zimmermann (r.) Russlands Präsident Wladimir Putin unter dem Applaus von Kanzler Schröder Weinspezialitäten

Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb

2022 hatten mehrere SPD-Politiker versucht, Schröder in einem Parteiordnungsverfahren aus der Partei zu werfen – und scheiterten krachend. Der Antrag wurde von der SPD-Schiedskommission zurückgewiesen.

Die Parteiführung geht seit Jahren auf Distanz zu Schröder: Einladungen zu Parteitagen gibt es für den Ex-Kanzler nicht mehr, die Kaffee-Tasse mit Schröder-Konterfei warf die SPD aus ihrem Fan-Shop. Ob ihn diese Ausgrenzung verletze? Nein, sagte Schröder im dpa-Interview.

Schröder machte klar, dass er unbedingt Genosse bleiben will und gar nicht daran denkt, freiwillig auszutreten: „Soll ich denn mein prinzipielles Verhältnis zur deutschen Sozialdemokratie, die die älteste demokratische Partei ist, die es in diesem Land je gegeben hat und bleiben wird, abhängig machen von Menschen, die ich nur begrenzt politisch ernst nehmen kann?“

Die Fronten sind klar: Ex-Kanzler Schröder mag Putin und verspottet die SPD-Chefs.

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