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Düsseldorf – Nach der Wahl ist vor der Wahl! In vielen Städten und Gemeinden in NRW bleiben auch nach der Kommunalwahl die Plakate hängen. In kaum einer Großstadt konnten sich die Oberbürgermeisterkandidaten schon im ersten Wahlgang durchsetzen, also mehr als die Hälfte der Stimmen holen.
Die Folge: Am 28. September wird es in Nordrhein-Westfalen Stichwahlen um die Oberbürgermeister-Posten geben: Wahlberechtigte in Aachen, Bonn, Bochum, Bielefeld, Essen, Düsseldorf, Dortmund, Duisburg, Köln und Münster werden in zwei Wochen noch einmal zur Urne gebeten oder können per Briefwahl abstimmen.
In Dortmund, der einst mit absoluter Mehrheit regierten Herzkammer der Sozialdemokratie in NRW, steht die SPD vor einem Scherbenhaufen: OB Thomas Westphal (SPD) erreichte nur 27,4 Prozent der Stimmen und muss gegen Alexander Omar Kalouti (CDU) in die Stichwahl, der 17 Prozent erreichte. Der unabhängige Kandidat Martin Cremer („DA für DO“) schaffte 14,7 Prozent.
Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal (58, SPD) holte nur 27,4 Prozent der Stimmen
In Gelsenkirchen gibt es nun eine Stichwahl zwischen der SPD-Bewerberin Andrea Henze, die mit 37,04 Prozent vorn liegt – gefolgt von AfD-Mann Norbert Emmerich mit 29,7 Prozent. Emmerich sagte am Wahlabend, die bisherigen CDU-Wähler seien jetzt am Zug, ob er ins Rathaus einziehen werde oder nicht.
Auch Duisburg steht vor einer Stichwahl: Amtsinhaber und „Klartext-Bürgermeister“ Sören Link (SPD) landete zwar mit 46 Prozent weit vorn, muss sich nun aber mit dem Zweitplatzierten Carsten Groß (AfD) messen, der 19,7 Prozent erreichte. Link gab sich am Abend kämpferisch, sprach von einem „starken Ergebnis in schwierigen Zeiten“, mit dem er „zuversichtlich in die Verlängerung“ gehe.
In Hagen bahnt sich ebenfalls eine Stichwahl mit der AfD an. Dennis Rehbein von der CDU lag kurz vor Auszählungsende bei 25,1 Prozent, für AfD-Kandidat Michael Eiche stimmten 21,3 Prozent, etwas mehr als für den SPD-Bewerber mit 20,9 Prozent.
In Essen muss CDU-OB Thomas Kufen in die Stichwahl. Er bekam 42,3 Prozent der Stimmen, also mehr als doppelt so viele wie SPD-Kandidatin Julia Klewin (20,2 Prozent). Für die absolute Mehrheit reichte es aber auch hier nicht.
Nicht nur im Ruhrgebiet, auch in den typischen Studentenstädten hatte es die SPD schwer. In Bonn kommt es zum Stichwahl-Duell zwischen dem erstplatzierten CDU-Kandidaten Guido Déus (38,9 %) und der bisherigen Amtsinhaberin Katja Dörner von den Grünen (33,13 %). Der SPD-Kandidat kam nur auf 8,8 Prozent. In Münster lag der Kandidat der Grünen, Tilman Fuchs, auf Platz eins (41,3 %), gefolgt vom CDU-Kandidaten Georg Lunemann (37,3 %). Die SPD in der Studentenstadt schaffte gerade mal 11,7 Prozent.
In Köln, der größten Stadt in NRW, liegt die grüne Landtagsvizepräsidentin Berivan Aymaz vorn (28,1 %), gefolgt vom SPD-Kandidaten Torsten Burmester (23,3 %). Den Ausschlag wird hier geben, wem die CDU-Wähler am 28. September ihre Stimme geben.
Wird sie die neue Oberbürgermeisterin von Köln? Berivan Aymaz (53, Grüne) liegt vorn, muss in die Stichwahl gegen die SPD
Ganz knapp wird es in Bielefeld: Staatsanwältin Christiana Bauer (CDU) bekam 33 Prozent, Sozialdezernent Ingo Nürnberger (SPD) 30,3 Prozent. Der bisherige Amtsinhaber Peter Clausen (SPD) war nach 16 Jahren nicht mehr in der größten Stadt Ostwestfalens angetreten.
Auch in der Landeshauptstadt Düsseldorf geht der Wahlkampf weiter. Amtsinhaber OB Stephan Keller (CDU) kam auf 43,6 Prozent und muss sich mit Clara Gerlach (Grüne) messen, die mit 22,1 Prozent auf dem zweiten Platz landete. SPD-Kandidat Fabian Zachel unterbot mit 14,2 Prozent noch einmal das historische schlechte Ergebnis von Thomas Geisel (26,3 %) in Düsseldorf vor fünf Jahren.
Die Ausnahmen bilden die wohl letzten drei SPD-Hochburgen in NRW: In Hamm gewann der Amtsinhaber und frühere Landtagsabgeordnete Marc Herter (SPD) klar mit 63,6 Prozent. Sein Herausforderer von der CDU landete bei 17 Prozent. Hernes Oberbürgermeister Frank Dudda (SPD) erzielte mit 51,5 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit – bei der letzten Wahl waren es allerdings noch 63,4 Prozent. Und Reiner Breuer (SPD) holte sich in Neuss ganz knapp mit 50,1 Prozent den Sieg und bleibt Oberbürgermeister. In diesen Städten wird es also keine Stichwahl mehr geben.
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