Pflege in Sachsen-Anhalt: Heimaufsicht fand 1145 Mängel | Politik

19.07.2024 - Cuma 02:15

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In Sachsen-Anhalts 693 Pflegeheimen wurden im vergangenen Jahr 1145 Mängel festgestellt. Über 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Allerdings gab es 2023 auch mehr als doppelt so viele Kontrollen durch die Heimaufsicht.

► Exakt 508 Kontrollen führten die 23 Prüfer im vergangenen Jahr durch.

► In 112 Fällen kamen sie angemeldet.

► 134 Kontrollen wurden durch Beschwerden von Bewohnern, Angehörigen oder Mitarbeitern ausgelöst.

Aufnahmestopp für sieben Pflegeheime

„Mitarbeiter melden sich meist anonym“, sagt Monika Wicklein, Leiterin der beim Landesverwaltungsamt angesiedelten Heimaufsicht.

Im vergangenen Jahr war kein Mangel so extrem, dass Einrichtungen geschlossen oder Beschäftigungsverbote ausgesprochen werden mussten.

Mit dem Essen scheinen die meisten Heimbewohner zufrieden. Es gab 2023 nur 14 Beschwerden

Mit dem Essen scheinen die meisten Heimbewohner zufrieden. Es gab 2023 nur 14 Beschwerden

Foto: Marijan Murat/dpa<!-->

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► Für sieben Heime verhängte die Aufsicht allerdings einen Aufnahmestopp.

„In der Regel, weil es nicht genug Personal gab“, so die oberste Aufseherin. Ein Drittel aller 2023 festgestellten 1145 Mängel betraf Verstöße gegen Vorgaben beim Personal.

► Monika Wicklein und ihre Mitarbeiter verschickten außerdem zehn Bußgeldbescheide und erließen 18 Anordnungen – größtenteils mit Bußgeldandrohung, sollte der Mangel nach Ablauf einer Frist nicht behoben sein.

„In den meisten Fällen reichte eine Beratung“, freut sich Wicklein, die die Pflegeeinrichtungen in Sachsen-Anhalt „auf jeden Fall empfehlen“ kann.

Nur 14 Beschwerden über schlechtes Essen

Außer der Einhaltung des Personalschlüssels und dem Umgang mit Medikamenten prüft die Heimaufsicht u.a., ob bauliche sowie hygienische Anforderungen erfüllt werden, die Pflege korrekt geplant, ausgeführt und dokumentiert wird sowie die Qualität des Essens.

[-->„Übers Essen erreichten uns kaum Beschwerden“, erklärt Wicklein. Im vergangenen Jahr waren es 14.

► Beschwerden durch Bewohner, Angehörige oder Mitarbeiter erwiesen sich zu 40 Prozent als Treffer.

Für die Heimaufsicht kein Thema sind Kosten, die immer weiter steigen. Laut einer vor wenigen Tagen vom Verband der Ersatzkassen vorgestellten Übersicht ist der Eigenanteil mit im Schnitt 2373 Euro in Sachsen-Anhalt am günstigsten. In Nordrhein-Westfalen müssen Heimbewohner jeden Monat 3200 Euro aus der eigenen Tasche bezahlen.

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