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Sie provoziert, sie pöbelt, sie polemisiert – und treibt die Grünen damit auf die Palme. Jette Nietzard, Co-Chefin der Grünen Jugend, ist inzwischen ein Ärgernis geworden, über das ihre Parteifreunde am liebsten schweigen würden.
Die Debatte um die Nachwuchs-Grüne, die kürzlich mit einem Polizei-Hass-Pulli posiert hatte („Mich zu entschuldigen, fände ich übertrieben“, so Nietzard trotzig im „Stern“) sorgt für so viel Wirbel, dass manche Grüne inzwischen davor warnen, sich noch weiter zu Nietzard zu äußern – um nicht für noch mehr Aufmerksamkeit zu sorgen. Auch in der Fraktionssitzung solle lieber nicht über sie gesprochen werden, weil: Es wird ja doch nach außen dringen.
Brisant: Die Fraktionsspitze aus Britta Haßelmann (63) und Katharina Dröge (40) fällt in der Causa Nietzard vor allem durch Schweigen auf. Dabei wollten sie das neue Machtzentrum der Grünen sein. Stattdessen wird das Problem vor allem der Parteispitze aus Felix Banaszak (35) und Franziska Brantner (45) zugeschoben.
So erklärte Brantner denn auch, man werde „mit Frau Nietzard reden“ – das allerdings soll die Politische Geschäftsführerin der Grünen, Pegah Edalatian (45), übernehmen.
So präsentierte sich Nietzard auf Instagram
Dabei hätte die Partei durchaus Möglichkeiten, den Parteinachwuchs zur Räson zu rufen – wenn man denn wollte: die Grüne Jugend …
▶︎ sitzt in der Präsidien der Parteitage, wird zu Klausuren eingeladen
▶︎ nutzt „quasi mietfrei“, so Insider, Geschäftsräume in der Parteizentrale der Grünen und bekommt Geld von der Mutterpartei
▶︎ hat Gastrecht im Bundestag und damit Zugang zu den Fraktionssitzungen.
Gekappt wird nichts davon. Ein Parteimitglied bringt es so auf den Punkt: „Durch diese Debatte wird eingerissen, was andere jahrzehntelang aufgebaut haben. Wenn wir eine kraftvolle Führung hätten, gäbe es eine Antwort auf das Verhalten von Frau Nietzard.“
Warum handeln die Grünen nicht?
Drei mögliche Gründe werden genannt:
▶︎ Das Machtgefüge im linken Flügel der Partei ist massiv mit der Grünen Jugend verwoben.
▶︎ Die Spitze der Partei sei schon immer darauf bedacht, sich nicht mit dem Nachwuchs anzulegen. Zu groß sei die Macht der Jugend, vor allem, wenn es um Parteitage geht.
Dazu kommt: Die Causa Nietzard überschattet längst die inhaltlichen Punkte, die die Partei zu setzen versucht. Eine weitere Eskalation soll unbedingt vermieden werden.
Dass Nietzard inmitten der Debatte von einem Magazin noch mit einem Preis als herausragende Nachwuchspolitikerin bedacht wurde, empfinden viele ihrer Parteifreunde als blanken Hohn.
Auch, dass Nietzard sich jetzt inhaltlicher Arbeit zuwenden wird, glauben erfahrene Grüne nicht. Ihr gehe es nicht um Impulse zu einer Debatte, sondern um Aufmerksamkeit – ihr Verhalten wird als egozentrisch, herablassend und stur beschrieben.
Nietzard denkt nicht daran, ihren Kurs zu ändern. Im Gespräch mit dem „Stern“ hat sie erklärt: Nicht sie habe mit dem Polizei-Hass-Pullover der Partei Schaden zugefügt. Der entstehe „eher durch den Umgang der Bundespartei mit mir. Das bleibt unseren Mitgliedern ja nicht verborgen. Am Ende kann das zur Entfremdung von Partei und Jugendorganisation beitragen.“
Dazu kündigte sie an: „Ich werde bestimmt noch mal auffallen im nächsten halben Jahr.“
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Apsny News


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