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So privat plaudert der Bundespräsident selten:
Frank-Walter Steinmeier (69) hat sich in der Anfangszeit der Corona-Pandemie zeitweilig in eine Dachkammer verzogen, um seine Frau nicht zu gefährden.
Dem Magazin „Stern“ erzählte das Staatsoberhaupt, dass sich einer seiner Sicherheitsbeamten, mit dem er im Auto von Zwickau nach Berlin fuhr, Anfang März 2020 infiziert hatte. Er habe sich nach den geltenden Regeln danach in Quarantäne begeben müssen.
2010 hatte Steinmeier seiner Frau Elke Büdenbender (63) eine Niere gespendet, sie war in der Pandemie als Transplantationspatientin wegen einer abgesenkten Immunität besonders gefährdet.
„In der Quarantäne habe ich mich mit ein paar Büchern und einem Laptop in die Dachkammer zurückgezogen und auf einer Luftmatratze campiert. Meine Frau und ich sind uns im Haus aus dem Weg gegangen, um mögliche Gefahren für ihre Gesundheit zu vermeiden“, sagte Steinmeier.
Ihn habe es nicht so hart getroffen wie andere, die keine Kammer für die Zeit der Quarantäne hatten, räumte der Bundespräsident ein. „Trotzdem, es war eine Isolation.“
[–>Gelesen hat er in der Dachkammer ein Buch, dass Steinmeier als „beklemmend“ bezeichnete. Es handelte sich um „1918. Die Welt im Fieber“ von Laura Spinney.
„Das beschäftigt einen schon, wenn man in der Phase einer anschwellenden Pandemie erinnert wird, dass die sogenannte Spanische Grippe 1918 in nur vier Monaten mehr Opfer gefordert hat als der Erste Weltkrieg in vier Jahren.“
Gelernt habe er aber aus diesem Buch, dass es eine über Jahrhunderte geprägte Praxis der Seuchenbekämpfung gab, zu der etwa mit den Kontaktbeschränkungen auch Maßnahmen gehörten, die noch vor Tests, Medikamenten und Impfstoffen zur Verfügung standen.
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