Produktion unterbrochen: Taurus-Hersteller wirft Regierung Trödelei vor | Politik

31.03.2024 - Pazar 10:46

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Die Bundesregierung muss Aufträge an die Rüstungsindustrie schneller entscheiden – das fordert Thomas Gottschild, Chef des Rüstungskonzerns MBDA.

Im Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“ sagte Gottschild: „Hier können wir in Deutschland wesentlich besser und schneller werden.“ Trödel-Mahnung vom Rüstungs-Boss!

Denn: Es sei dem Unternehmen gesetzlich verboten, auf Vorrat zu produzieren. „Hierzu ist eine Genehmigung der Bundesregierung, basierend auf Aufträgen, notwendig.“ Diese seien in der Vergangenheit ausgeblieben.

MBDA stellt auch den Marschflugkörper Taurus her, den die Ukraine im Abwehrkrieg gegen Russland braucht – den Bundeskanzler Olaf Scholz (65, SPD) aber nicht liefern will.

[-->Derzeit werden die verbliebenen überholungsbedürftigen Exemplare der 600 Taurus im Bundeswehrarsenal auf den neuesten technischen Stand gebracht. Wie es danach weitergeht, ist offen, noch gibt es keine Nachbestellungen der Bundesregierung.

Dabei sei das System unverzichtbar, so Gottschild: „Der Taurus gehört in einen Baukasten für moderne Kriegsführung.“

Thomas Gottschild ist Chef des Rüstungsunternehmens MBDA, das auch den Taurus-Marschflugkörper herstellt

Thomas Gottschild ist Chef des Rüstungsunternehmens MBDA, das auch den Taurus-Marschflugkörper herstellt

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa<!-->

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Die Produktionslinie für den Taurus im oberbayerischen Schrobenhausen könne wieder angeschoben werden, wenn der Auftrag aus Berlin komme, sagte der Rüstungs-Boss.

Was Taurus so gefährlich macht – Infografik

Allerdings sei es eine Herausforderung, wenn die Produktion wie beim Taurus unterbrochen sei: „Denn unsere Zulieferer, die häufig kleine und mittelständische Unternehmen sind, haben in solchen Fällen ihre Produktion eingestellt“, sagt Gottschild.

Diese könnten es sich finanziell oft nicht leisten, Produktionslinien aufrechtzuerhalten, sondern müssten sich bei neuen Aufträgen wieder neu aufstellen, dazu müssten knappe Rohstoffe etwa für Sprengstoffe besorgt werden.

[-->Die Rüstungsindustrie brauche eine „Grundlast“, um die Produktion bestimmter Waffen am Laufen zu halten. Man müsse dafür nicht auf Hochtouren produzieren, jedoch Lieferketten aufrechterhalten, Testgeräte auf dem Stand der Technik halten und die Kompetenz der Mitarbeiter bewahren, erklärte Gottschild.

Dann könne man im Notfall wie nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine die Produktion sehr schnell wieder hochfahren.

Ob die Bundesregierung in Zukunft weiter auf Taurus setzt, ist offen. Er bedauere, dass Deutschland für den F-35 nur amerikanische Waffen bestellt habe, so Gottschild.

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