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Es war eine Ehrerbietung der besonderen Art!
Als Rafael Nadal (37) nach dem Aus in der 1. Runde der French Open gegen Alexander Zverev (27) die obligatorische Pressekonferenz beendet hatte, spendete ein Großteil der Journalisten Applaus. Das ist sonst verpönt und gibt es höchstens für die Sieger nach dem Finale.
Herzzerreißende SzenenKroos und Tochter weinen hemmungslos
Der Spanier kam in diesen seltenen Genuss, auch ohne Pokal und nach einer Niederlage diese Anerkennung zu erhalten. Möglich, dass es seine letzte Pressekonferenz bei den French Open überhaupt war.
Gegen seinen Hamburger Kontrahenten hatte er erwartungsgemäß verloren: 3:6, 6:7 (5:7), 3:6. Die körperlichen Beschwerden durch die vielen Verletzungen merkte man jedoch weniger als erwartet. Das freute Nadal selbst.
Einem war das völlig egal: Sohn Rafael junior (19 Monate). Der verfolgte die Partei ruhig auf dem Schoß von Mutter Xisca Perelló (35). Der Kleine ist sein größter Fan, war schon in Madrid mit auf der Tribüne.
Die Niederlage nahm der Papa höchst sportlich: „Wenn man nicht gesetzt ist, spielt man eben gegen einen Spieler, der in Topform ist und zu den besten der Welt zählt. Wahrscheinlich hätte ich gebraucht, dass er heute kein großes Spiel macht.“
Rafael Nadals Ehefrau Xisca Perelló mit Sohnemann Rafael junior
Nadals Fazit aus einer Woche Paris inklusive Vorbereitung: „Es war für mich in jeder Hinsicht eine positive Trainingswoche. Auch, was die körperliche Leistungsfähigkeit betrifft. Ohne Zweifel fühlte ich mich viel besser als zuvor. Ich habe die Einschränkungen nicht gespürt. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich viel besser bewegen konnte als bei den vorherigen Turnieren.“
Letztlich wirkte er sogar ein bisschen erleichtert. „Natürlich bin ich enttäuscht über die Niederlage, aber körperlich bin ich froh, dass ich gesund ins Ziel komme. Wenn es das letzte Mal ist, dass ich hier gespielt habe, bin ich mit mir selbst im Reinen“, sagte Nadal.
Rafael Nadal gewann 14 Mal die French Open
Zuletzt war Nadal 2016 in Melbourne in der 1. Runde eines Grand Slams gescheitert. In diesem Jahr nahm er zum 19. Mal in Paris teil und verlor erst zum vierten Mal. Match-Bilanz: 112:4. „Ich habe fast 20 Jahre lang alles versucht, um für dieses Turnier bereit zu sein. Heute und in den letzten zwei Jahren habe ich an dem Traum, hierher zurückzukehren, gearbeitet und den wahrscheinlich härtesten Prozess meiner Karriere durchlaufen“, sagt er.
Und das Ende scheint sich anzudeuten. In Grand-Slam-Rente hat Zverev ihn wohl geschickt. Wimbledon wird er wohl am Fernseher verfolgen. Nadal: „Ich glaube nicht, dass es klug wäre, nach all dem, was mit meinem Körper passiert ist, jetzt einen großen Übergang auf einen völlig anderen Belag zu machen und dann gleich wieder auf Sand zurückzukehren.“
Rafael Nadal gewann 22 Grand-Slam-Turniere. Nur Novak Djokovic hat mehr
Somit ist klar: „Meine Gedanken gehen bis zu den Olympischen Spielen. Dann muss ich sehen, wie ich mich auf unterschiedlichen Ebenen fühle: persönliche Motivation, Körper und mein Tennisniveau. Macht es Sinn, weiterzuspielen?“
Schon gegen Zverev war vieles anders als in den beiden Jahrzehnten zuvor. „Ich ging mit dem seltsamen Gefühl auf den Platz, dass ich in Roland Garros in der ersten Runde spielen werde, und ich bin nicht der Favorit. Und das stimmt.“
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