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Raumfahrt-Ministerin Dorothee Bär will Frauen auf den Mond schicken | Politik
14.05.2025 - Çarşamba 03:23
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Dorothee Bär (CSU) ist Deutschlands erste Ministerin für Forschung, Technologie – und Raumfahrt! Sechs Tage nach Amtsantritt gibt sie BILD das erste Interview („Es gilt das gesprochene Wort“).
BILD: Frau Bär, Sie kümmern sich als Ministerin um Forschung, Technologie und Raumfahrt. Ärgert es Sie eigentlich, dass Sie jetzt als „Raketenministerin“ bezeichnet werden?
Dorothee Bär: „Wenn man seit 23 Jahren im Bundestag ist, ärgert man sich eigentlich über gar keine Bezeichnung mehr. Also deswegen ist das für mich völlig in Ordnung. Es gäbe ja viel, viel schlimmere Bezeichnungen, die ich Ihnen natürlich jetzt nicht sagen werde. Aber Hauptsache, ich kann wirklich meine Themen in den Mittelpunkt stellen.“
Wissen Sie spontan, wer die ersten Menschen auf dem Mond waren?
Bär: „Was ich auf jeden Fall weiß ist, dass es bislang nur Männer waren: Neil Armstrong und Buzz Aldrin natürlich, dann noch zehn weitere Männer. Ich habe mich in der letzten Legislaturperiode sehr stark mit der Raumfahrt aus einer anderen Perspektive beschäftigt, und zwar tatsächlich aus der weiblichen, denn in der Raumfahrt wird sehr viel erforscht. Übrigens auch für Krankheiten im medizinischen Bereich und wir haben ja zwei deutsche Astronautinnen.“
Fliegt bald eine Frau zum Mond?
Bär: „Das wäre schön, definitiv. Wir hatten schon Frauen im Weltall, die es aber noch nicht geschafft haben, dann auch auf der Mondoberfläche landen zu dürfen.“
Dorothee Bär: Erstes Interview mit neuer Raumfahrt-Ministerin
„Wenn zwölf Menschen auf dem Mond waren und es waren zwölf Männer, dann ist das auch ein Symbol“
Wäre das ein Ziel oder ist das ein Traum?
Bär: „Ja, das ist schon ein Ziel und das finde ich auch ganz wichtig. Die Frage ist, muss es eine deutsche Frau sein? Aber wenn man sagt, zwölf Menschen waren auf dem Mond und es waren zwölf Männer, dann ist das ja auch ein Symbol. Keine Raumfahrer-Nation hat es bislang auf den Weg gebracht.“
Was haben die normalen Bürger von Weltraumprogrammen?
Bär: „Es bringt jeder einzelnen Bürgerin und jedem einzelnen Bürger etwas, wenn in der Raumfahrt geforscht wird. Viele Anwendungsbereiche im öffentlichen Leben hätten wir gar nicht ohne die Raumfahrt. Das berühmteste, was jeder kennt, ist sicherlich die Teflonpfanne. Oder zum Beispiel, dass es Brillengläser gibt, die nicht oder kaum zerkratzen. Wasseraufbereitung, Wasserfilter. Für die Heimwerker den Akkuschrauber, der ist auch ursprünglich für die Raumfahrt entwickelt worden. Ebenso feuerfeste Schutzanzüge für die Feuerwehr.“
Könnten Sie sich auch selbst vorstellen, in eine Rakete zu steigen?
Bär: „Ja, also ich hätte keine Angst davor. Ich würde denjenigen vertrauen, die daran arbeiten. Eines der unsichersten Verkehrsmittel der Welt ist der Aufzug. Ob mein Mann so begeistert wäre, das müsste ich dann familiär abklären.“
Wen würden Sie mitnehmen?
Bär: „Jeden, der auch Lust auf Zukunft hat. Aber ich würde natürlich nur in eine Rakete steigen, wenn auch geplant ist, dass wir wieder zurückkommen.“
Und am liebsten von Bayern aus?
Bär: „Bayern ist immer eine gute Möglichkeit. Aber ich vertraue da auch auf die Ingenieure, die sagen, da machen wir es jetzt.“
Wird in Bayern das neue Raumfahrt-Zentrum entstehen?
Bär: „Ich glaube, wir haben so viele Innovationen, dass für jedes Bundesland etwas dabei ist. Aber wenn ich mir jetzt die Region um München herum anschaue, gibt es dort schon ESA Aerospace und andere Unternehmen. Es gibt ganz viele europäische Kooperationen. Ich glaube, es ist für alle etwas da. Aber der Standort München ist natürlich auch besonders gut. Das muss man betonen.“
„Im Bereich von chronischen Krankheiten und Allergien ist noch wahnsinnig viel Forschungs-Potenzial“
Kommen wir zurück zu den ganz irdischen Problemen. Wie viele andere leiden auch Sie unter Heuschnupfen, haben Sie schon Forschung gegen die lästigen Pollen in Auftrag gegeben?
Bär: „Ich denke mir bei Sachen wie Heuschnupfen: ‚Solange es das ist, ist es hoffentlich nichts anderes‘. Aber im Bereich von chronischen Krankheiten und Allergien ist meines Erachtens noch wahnsinnig viel Potenzial, durch Forschung auch Heilung hinzubekommen. Wir sprechen diese Tage viel über das Thema ME/CFS (Chronisches Erschöpfungssyndrom, Anm. d. Red.). Da gibt es mit den ganzen Long-Covid-Folgen sehr, sehr viele Betroffene. Und ich bin dankbar, dass das Thema ernst genommen wird. Es muss jetzt noch weiter daran gearbeitet werden, dass die Betroffenen nicht nur gesehen, sondern ihnen auch eine Heilung in Aussicht stellen zu können.“
Das heißt, bei Covid und Long Covid wird weiter geforscht und Sie werden die Forschung noch intensivieren?
Bär: „Ich habe erstens gesagt, wir machen das weiter hier im Haus. Und zweitens habe ich gleich von Anfang an einen engen Schulterschluss mit unserer neuen Bundesgesundheitsministerin Nina Warken gesucht und schon einen Termin mit ihr gehabt. Wir werden da eng zusammenarbeiten.“
Dorothee Bär im Gespräch mit den BILD-Redakteuren Burkhard Uhlenbroich und Luisa Volkhausen
Mit einem „1000-Köpfe-Anwerbe-Programm“ wollen Sie Wissenschaftler aus dem Ausland anwerben. Wegen US-Präsident Donald Trump wollen viele Wissenschaftler das Land verlassen. Glauben Sie, dass viele Wissenschaftler jetzt nach Deutschland kommen?
Bär: „Wir wollen mindestens 1000 Köpfe, eigentlich sind es noch mehr. Dabei ist mir auch wichtig, nicht nur auf die USA zu schauen. Es gibt auch Länder, aus denen Wissenschaftler normalerweise in die USA gegangen wären, die jetzt vielleicht zu uns kommen. Wir wollen einfach die besten Bedingungen schaffen.“
„Ich sehe tatsächlich nie Probleme, sondern immer Herausforderungen“
Ein Problem in Deutschland – und auch in der Forschung – ist zu viel Bürokratie. Haben Sie schon einen konkreten Plan, wie die abgeschafft werden kann?
Bär: „Das geht nur mit den anderen Ressorts zusammen. Wir müssen da wirklich schlanker, besser und schneller werden. Ich habe zum allerersten Mal das Gefühl, dass die Dramatik erkannt wird. Wir haben mit Friedrich Merz jetzt einen Bundeskanzler, der das Thema extrem ernst nimmt.“
Sie gelten als enge Unterstützerin und langjährige Begleiterin von Friedrich Merz. Was haben Sie gedacht, als er im ersten Wahlgang nicht zum Kanzler gewählt wurde? Haben Sie gedacht, „Friedrich, wir haben ein Problem“?
Bär: „Überhaupt nicht, aber das liegt wahrscheinlich auch an meinem Gemüt. Ich sehe tatsächlich nie Probleme, sondern immer Herausforderungen.“
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