Reformen dringend nötig: Experten machen Renten-Vorschläge! | Politik

09.09.2025 - Salı 17:20

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Berlin - Die gesetzliche Rente steht nach Einschätzung führender Wirtschaftswissenschaftler vor einem tiefgreifenden Reformbedarf. Mitglieder des neu berufenen Wissenschaftlichen Beraterkreises des Wirtschaftsministeriums schlagen in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ ihre Reformideen vor.

Die Ökonomen Veronika Grimm, Justus Haucap, Stefan Kolev und Volker Wieland meinen: Ohne strukturelle Veränderung werde die Rentenversicherung zu einer immer größeren Belastung des Bundeshaushalts. Und zur tickenden Zeitbombe für die Generationengerechtigkeit.

Fünf Vorschläge legen die Ökonomen auf den Tisch:

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Quelle: BILD

► Die Experten wollen eine automatische Kopplung des Renteneintrittsalters an die steigende Lebenserwartung. Eine feste Regel soll das automatisch anpassen – klar, fair und ohne ständigen Streit in der Politik. Aber es muss schnell gehen: Wartet die Regierung bis nach der nächsten Wahl, bleibe den Leuten ab 2031 kaum Zeit, sich auf späteres Arbeiten einzustellen.

Auch bei der Berechnung der Rentenerhöhungen sehen die Experten Änderungsbedarf. Bisher steigen Renten mit den Löhnen, damit Rentner vom wachsenden Wohlstand profitieren. Künftig sollen sie sich an den Preisen orientieren.

► Heute ist die Rente auf 48 Prozent des letzten Arbeitseinkommens bei 45 Beitragsjahren festgelegt. Weil das Rentenalter aber bis 2031 auf 67 steigt, solle künftig mit 47 Jahren gerechnet werden.

Der Nachhaltigkeitsfaktor soll wieder eingeführt werden. Bedeutet: Wenn es mehr Rentner gibt, steigen die Renten langsamer, wenn es weniger sind, etwas schneller. Die Experten schlagen vor, den Faktor „vielleicht auch in verstärkter Form“ einzuführen.

► Um den Bundeszuschuss von derzeit jährlich mehr als 100 Milliarden Euro zu entlasten, empfehlen die Ökonomen, auf die Ausweitung der Mütterrente zu verzichten und die „Rente mit 63“ abzuschaffen. Frühverrentungen sollten nur noch in Härtefällen möglich sein. Und: Wer vorzeitig in Rente geht, soll höhere Abschläge hinnehmen müssen.

Die Rente allein aus den Beiträgen der Jüngeren umzulegen, reiche in Zukunft nicht mehr aus. Deshalb soll die private Altersvorsorge über ein individuelles Vorsorgekonto, in das verpflichtend eingezahlt wird, ausgebaut werden. Das Geld könne dann am Kapitalmarkt angelegt werden.

Deutschland habe im Vergleich zu anderen Ländern lange nichts an seinem Rentensystem verändert. Jetzt sei es dringend Zeit, das Rentensystem neu zu ordnen, damit es für alle Generationen sicher bleibt.

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