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Berlin – Mit ihrem Vorstoß für eine längere Lebensarbeitszeit („Mehr und länger arbeiten“) hat Katherina Reiche eine hitzige Debatte losgetreten. Jetzt bekommt die Bundeswirtschaftsministerin Schützenhilfe von Deutschlands bekanntestem Rentenexperten Prof. Bernd Raffelhüschen.
▶︎ Reiche hatte in der „FAZ“ erklärt: „Wir müssen die Anreize für Frühverrentung stoppen und Anreize dafür schaffen, länger zu arbeiten.“
Renten-Fachmann Raffelhüschen zu BILD: „Völlig richtig! Der Vorstoß von Ministerin Reiche ist überfällig und generationengerecht.“ Deutschland habe es „seit Jahrzehnten versäumt, das Renteneintrittsalter an die massiv gestiegene Lebenserwartung anzupassen, das war und ist der Fehler“.
„Rentenerhöhung, über die keiner spricht“
▶︎ Für BILD rechnet Raffelhüschen vor: „Wer in den 1960er oder 70er Jahren in Pension ging, hat nach 45 Jahren Arbeit im Schnitt zehn bis elf Jahre Rente bezogen, bevor er starb. Für ein Jahr Rente hat er also 4,5 Jahre geschuftet.“
„Wer heute in Rente geht“, so Raffelhüschen, „bezieht schon nach 40 Jahren sein Altersruhegeld, lebt danach aber mehr als 20 Jahre. Da liegt das Verhältnis bei zwei Jahren Arbeit für ein Jahr Rentenbezug – eine gewaltige Rentenerhöhung, über die keiner spricht. Würden wir das Renteneintrittsalter der tatsächlichen Lebenserwartung anpassen, lägen wir schon jetzt bei 68 bis 69 Jahren.“
Will Menschen später in Rente schicken: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (52, CDU)
Wenn CDU-Ministerin Reiche also vorschlage, das Eintrittsalter anzuheben, so der Sozialexperte, „dann ist das ein wertvoller Beitrag zur Sicherung des Rentensystems. Ich denke, die Union unter Kanzler Merz hat nur zu große Angst, ein weiteres Wahlversprechen zu brechen – daher die große Zurückhaltung bei CDU/CSU, ihr beiseite zu springen.“
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